Freies Ohr für Kinder Wie Kinder zuRecht kommen

Die Menschheit schuldet den Kindern das Beste, das sie zu geben hat.

Jungschar ist Lobby im Interesse der Kinder

Die Jungschar will...
Kinder zur Auseinandersetzung mit ihrer Lebenswelt anregen
Kinder bei der Vertretung ihrer Anliegen unterstützen
Die Lebensbedingungen von Kindern zur Sprache bringen
Für die Interessen der Kinder konsequent eintreten
(mehr Information dazu gibt es im "Handbuch Jungschararbeit - In der Mitte sind die Kinder")


Die Säule der Jungschar wollen wir im nächsten Jungscharjahr unter dem Motto

"Freies Ohr für Kinder - Wie Kinder zuRecht kommen"

Orts- Dekanats- und Landesweit in die Öffentlichkeit tragen.

Die Jungschar möchte dabei mit Aktionen auf die Rechte der Kinder aufmerksam machen. Eine besondere Aktion findet bereits im November statt. Denn am 20. November ist der Tag der Kinderrechte. Zu diesem Anlass planen wir auf Landesebene einen Besuch im Landtag, bei dem wir gemeinsam mit Politikern und Kindern die Situation der Kinder und die Umsetzung der Kinderrechte in Südtirol durchleuchten wollen.

Ein besonderes Augenmerk wird auf die Artikel 12 und 13 der Kinderrechtskonvention gelegt, in denen es um die freie Meinungsäußerungvon Kindern geht.

Art. 12: Kinder haben das Recht, ihre Meinung frei zu äußern. Sie haben ein Anrecht darauf, daß ihre Meinung bei Fragen, die sie betreffen, gehört und berücksichtigt werden.
Art. 13: Kinder haben das Recht, ihre Sicht der Dinge kundzutun, sich Informationen zu beschaffen und Gedanken und Informationen zu verbreiten, ungeachtet von Staatsgrenzen.

Parallel dazu seid ihr Jungscharleiter/innen aufgefordert, rund um den 20. November Aktionen auf Pfarrebene zu starten, um die Kinder und ihre Anliegen auch in allen Orten zur Sprache zu bringen.
Genaue Unterlagen und Ideen bekommen alle Jungscharleiter/innen anfang September in einer besonderen Ausschreibung. Plant aber diesen Zeitraum bereits jetzt schon in eure Jahresplanung mit ein.

Abgesehen davon gibt es wie im letzten Jahr in jedem "Kontakt" viele Ideen und Anregungen, wie ihr das Jahresthema in euren Gruppen und in der Pfarrei umsetzen könnt.

Ich möchte euch hier die Kinderrechte erst einmal ganz allgemein vorstellen, damit auch ihr Gruppenleiter Hintergrundinformationen habt, und euch dann Tips geben, wie ihr euren Kindern die Kinderrechte grundsätzlich näherbringen könnt.

Die Entstehung der Kinderrechte bzw. der Kinderrechtskonvention der UN

Am 20. November 1959 nahm die Generalversammlung der Vereintan Nationen eine Erklärung des Kindes an. Sie war nur eine unverbindliche Willenserklärung, auf deren Einhaltung niemand drängen konnte. Von 1979 (internationales Jahr des Kindes) bis 1988 wurde an einer Kinderrechtskonvention gearbeitet, die von der Vollversammlung der Vereinten Nationen am 20. November 1989 in New York feierlich beschlossen wurde.

Die UN Kinderrechtskonvention (Abkürzung: KRK) sollte ein Instrument werden, das die Staaten verpflichtet, sich aktiv für das Wohl der Kinder und Jugendlichen einzusetzen.
Die Konvention besteht aus 54 Artikeln, deren Ziel es ist, die Rechte der Kinder auf lokaler, nationaler, aber auch internationaler Ebene weltweit umzusetzen.

Dieses Abkommen ist das weltweit meist unterzeichnetste Abkommen. Über 180 Staaten der Erde haben sich bis jetzt per Unterschrift dazu bekannt. Ein Staat, der das Abkommen nicht unterschrieben hat, sind die Vereinigten Staaten von Amerika.

In Europa werden viele dieser Gesetze für selbstverständlich gehalten, international enspricht dies aber oft nicht der Realität. Die Kinderrechte sollen für alle Kinder, unabhängig welcher Hautfarbe, Religion, Herkunft, sozialem Status oder Geschlecht sie angehören, gelten.

Dass dem nicht so ist, zeigen uns zahlreiche Berichte über Kindermissbrauch, Ausbeutung und Ungerechtigkeiten in den Medien. Aus diesem Grund ist es besonders wichtig, Kinder auf die Bedeutung dieser Rechte weltweit, und speziell auch in der eigenen Umgebung aufmerksam zu machen. Andererseits müssen aber auch gerade Kinderorganisationen wie die Jungschar Anwalt und Fürsprecher für die Kinder sein und die Kinderrechte in das Bewusstsein der Leute rücken.

(aus: "Kinder haben Rechte" von Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg)

Großschreibung

Wenn kleine Menschen
Große Rechte bekommen,
dann müssen die Kleinen
den Großen
nicht klein beigeben
und haben eine Chance,
groß zu werden.
Darum ist es wichtig,
die Rechte der Kleinen
ganz groß zu schreiben.



Was sind aber nun die einzelnen Rechte der Kinder in der Kinderrechtskonvention?

Die Artikel der Kinderrechtskonvention der UN
In Stichworten

Übereinkommen über die Rechte des Kindes
Wortlaut der amtlichen Übersetzung

Präambel:

Teil 1

  1. Geltung für das Kind; Begriffsbestimmung
  2. Achtung der Kinderrechte; Diskriminierungsverbot
  3. Wohl des Kindes
  4. Verwirklichung der Kinderrechte
  5. Respektierung des Elternrechts
  6. Recht auf Leben
  7. Geurtsregister, Name, Staatsangehörigkeit
  8. Identität
  9. Trennung von den Eltern; persönlicher Umgang
  10. Familienzusammenführung; grenzüberschreitende Kontakte
  11. Rechtswidrige Verbringung von Kindern ins Ausland
  12. Berücksichtigung des Kindeswillens
  13. Meinungs- und Informationsfreiheit
  14. Gedanken- Gewissens- und Religionsfreiheit
  15. Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit
  16. Schutz der Privatsphäre und Ehre
  17. Zugang zu den Medien; Kinder- und Jugendschutz
  18. Verantwortung für das Kindeswohl
  19. Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung und Verwahrlosung
  20. Von der Familie getrennt lebende Kinder; Pflegefamilie, Adoption
  21. Adoption
  22. Flüchtlingskinder
  23. Förderung behinderter Kinder
  24. Gesundheitsvorsorge
  25. Unterbringung
  26. Soziale Sicherheit
  27. Angemessene Lebensbedingungen; Unterhalt
  28. Recht auf Bildung, Schule, Berufsausbildung
  29. Bildungsziele; Bildungseinrichtungen
  30. Minderheitenschutz
  31. Beteiligung an Freizeit, kulturellem und künstlerischem Leben; staatliche Förderung
  32. Schutz vor wirtschaftlicher Ausbeutung
  33. Schutz vor Suchtstoffen
  34. Schutz vor sexuellem Mißbrauch
  35. Maßnahmen gegen Entführung und Kinderhandel
  36. Schutz vor sonstiger Ausbeutung
  37. Verbot der Folter, der Todesstrafe, lebenslanger Freiheitsstrafe; Rechtsbeistandschaft
  38. Schutz bei bewaffneten Konflikten; Einziehung zu den Streitkräften
  39. Genesung und Wiedereingliederung geschädigter Kinder
  40. Behandlung des Kindes in Strafrecht und Strafverfahren
  41. Weitergehende inländische Bestimmungen

Teil 2

  1. Verpflichtung zur Bekanntmachung
  2. Einsetzung eines Ausschusses für die Rechte des Kindes
  3. Berichtspflicht
  4. Mitwirkung anderer Organe der Vereinten Nationen

Teil 3

  1. Unterzeichnung
  2. Ratifikation
  3. Beitritt
  4. Inkrafttreten
  5. Änderung
  6. Vorbehalte
  7. Kündigung
  8. Verwahrung
  9. Urschrift, verbindlicher Wortlaut

Die vollständige Version der Kinderrechte mit genauem Wortlaut zu jedem Artikel kannst du unter folgenden Adressen abrufen:

oder bestellen bei

Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS)
Landesstelle NRW e.V. Poststr. 15-23
D - 50676 Köln
Tel: 0049 221 921392-0

Neben dieser ausführlichen und auch eher juristendeutschen Version gibt es einen in 10 Punkten zusammengefassten Überblick über die Kinderrechte

Die Rechte der Kinder

  1. Alle Kinder haben die gleichen Rechte. Kein Kind darf wegen seiner Hautfarbe, Sprache, Religion, oder weil es ein Mädchen oder Junge ist benachteiligt werden.
  2. Kinder haben das Recht, so gesund wie möglich zu leben
  3. Kinder haben das Recht, zur Schule zu gehen und zu lernen, was wichtig ist.
  4. Kinder haben das Recht, zu spielen, sich auszuruhen, ins Museum oder ins Kino zu gehen oder zum Beispiel selbst Theater zu spielen.
  5. Kinder haben das Recht, ohne Gewalt erzogen zu werden.
  6. Kinder haben das Recht, besonders beschützt zu werden, wenn in ihrem Land Krieg ist oder sie auf der Flucht sind.
  7. Kinder haben das Recht, vor schädlicher Arbeit, Ausbeutung und Mißhandlung geschützt zu werden.
  8. Kinder haben das Recht, mit ihren Eltern zu leben und sich regelmäßig mit Mutter und Vater zu treffen, wenn diese nicht zusammen wohnen.
  9. Wenn Kinder behindert sind, haben sie das Recht auf Hilfe und darauf, gemeinsam mit anderen Kindern zu spielen und zu lernen.

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