Das Sternsingen - Ein Brauch mit aktueller Bedeutung

Sternsingen - ein erhaltener Brauch

Dreikönigsumzüge, Dreikönigsspiele und auch das Dreikönigssingen bereicherten den christlichen Brauchtum über die Jahrhundertwende hinweg. Von diesen verschiedenen Bräuchen ist lediglich das Dreikönigsingen, besser bekannt als "Sternsingen", bis in die Gegenwart geblieben.
Die überaus wichtige Stellung, die die "Drei Heiligen Könige" im religiösen Leben der Menschen einnahmen, kommt in zahlreichen szenischen Darstellungen des Geschehens und in den verschiedensten Legenden, zum Ausdruck.

Die Heiligen Drei

Im Matthäusevangelium wird sehr neutral von "Magiern aus dem Morgenland" (auch die Übersetzung "Sterndeuter aus dem Osten" ist gebräuchlich) berichtet, die einem Stern folgend, den Erlöser suchten. Ihre Geschenke Gold, Weihrauch und Myrrhe, waren königlicher Art. Die uns heute noch geläufigen Namen Kaspar, Melchior und Balthasar stammen aus dem 6. Jahrhundert und haben symbolische Bedeutung. "Kaspar" hat seinen Ursprung im Persischen und bedeutet "Schatzmeister".
"Melchior" kommt aus dem Hebräischen und heißt "Mein König ist Licht".
"Balthasar", das babylonische "Balatsu-ucur" heißt übersetzt "beschütze sein Leben". Erwähnenswert ist auch, daß die Könige die drei Lebensalter, Jüngling, Mann und Greis symbolisieren.

Altes Brauchtum

Im Mittelalter galten die Heiligen Drei Könige als mächtige Schutzheren der Reisenden und wurden gegen Feuer, Diebstahl und Krankheit angerufen. Die szenische Ausgestaltung der Heiligenverehrung schlug sich in Dreikönigsumzügen, -spielen und -singen nieder.
Das Sternsingen als eigenständiger Brauch war ab dem 16. JH. den Schülern, Studenten und Handwerksburschen vorbehalten, die mit den Spenden für ihre Darbietung ihre materielle Not milderten. In der Zeit der Aufklärung wurde der Brauch zwar verboten, er blieb jedoch vor allem in den Alpentälern immer lebendig.

Der Segen

Ältere Gebete enthalten wiederholt den Hinweis, dass der Dreikönigssegen vor "Zaberey" schütze. In den Zeiten, als man noch an Dämonen glaubte, schien dieser Schutz überaus wichtig, weil die Nacht vor dem 6. Jänner als die große Perchtennacht gefürchtet war.
Heute schreiben die Sternsinger C+M+B (mit Jahreszahl) mit geweihter Kreide an die Tür. Es bedeutet " Christus mansionem benedicat", übersetzt "Christus segnet dieses Haus", und ist ein Zeichen für den Wunsch nach Frieden und Segen für die im Haushalt lebenden Menschen.

Lebendiger Brauch mit sozialem Engagement

Die katholische Jungschar hat 1955 das Sternsingen aufgegriffen. Aus den bescheidenen Anfängen ist eine starke Aktion geworden, die in 98% aller Pfarren durchgeführt wird und ein leistungsfähiges, internationales Hilfswerk, die Dreikönigsaktion, ermöglicht.
Etwa 6.000 Kinder sind in ganz Südtirol unter dem Motto "Hilfe unter gutem Stern" unterwegs: ein lebendiger, von Kindern getragener Brauch, kombiniert mit wirksamer Hilfe für unsere Mitmenschen in der "Dritten Welt"

Die Projektzusammenarbeit

Die Dreikönigsaktion unterstützt jährlich 500 Projekte in 50 Ländern. Damit werden über eine Million Menschen direkt erreicht.

Die Dreikönigsaktion arbeitet eng mit zuverlässigen Partnerinnen vor Ort zusamen. Die Projete werden entsprechend den Bedürfnissen der Betroffenen geplant und durchgeführt.

Finanziert werden Projekte in den Bereichen: Bildung, Sozialprojekte, Pastoralprogramme, Menschenrechts-, Minderheiten- und Umweltschutz.

"Hilfe unter gutem Stern"

Die Dreikönigsaktion bietet mit Hife unter gutem Stern einen Service für jene Personen und Gruppen, die ein spezielles "Dritte Welt"- Projekt ihrer Wahl unterstützen wollen. Aus einer Reihe von geprüften Projekten entscheiden sie sich ganz gezielt für eine bestimmte Projektpartnerschaft und fördern diese z.B. mit dem Erlös einer einmaligen Aktion (Pfarrfest, Flohmarkt, Schulaktion, ...) oder einem Dauerauftrag.

Siehe auch: Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar

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