Fasching

[Spiele zur Faschingszeit]

Woher kommt der Fasching?

Der Fasching kommt aus dem Karneval und der Fastnacht. Im Karneval feierte man die Beendigung der Winteraussaat; Unvernunft war hier regelrecht vorgeschrieben, es wurde ein Festkönig gewählt, der unsinnige Befehle erteilen mußte und am Ende der Feier wurde er umgebracht. Heute finden wir noch diesen Brauch in manchen Orten, wo Strohpuppen verbrannt oder ertränkt werden.

Die Fastnacht stammt vom Menschen der Frühzeit, der hinter den Naturerscheinungen die macht von Göttern und Dämonen sah. Von ihnen fühlte er sich abhängig. An der Schwelle vom Winter zum Frühling sollten die bösen Dämonen verjagt werden, welche der erwachenden Natur Schaden zufügen könnten. Die Menschen verhüllten sich mit abschreckenden Gewändern und versammelten sich zu lärmenden Umzügen.

Die Kirche hat immer wieder versucht, diesen Heidenspuk zu überwinden oder zu verbieten. Das einzige, was gelang: daß der Aschermittwoch diesem Getriebe ein absolutes Ende setzte.

Wenn auch heute niemand mehr an Dämonen und naturgötter glaubt: die Masken und das Winterspiel rühren die menschen trotzdem an, so daß viele alte Bräuche weitergepflegt werden.

Fastnachtsumzüge haben schon in alter zeit zu den Fastnachtstagen gehört. Die Vorbereitungen haben das ganze Dorf, die ganze Gemeinde zusammengebracht, Stil und Thema dieser Umzüge waren oft eng mit dem Leben des Ortes verknüpft. So gibt es Umzüge, die auf bäuerliches Brauchtum zurückgehen, vor allem auf den Glauben, man könne mit Krach und Lärm die schlurrmernde Saat unter der Erde wecken.

Fasching in anderen Ländern

Rußland

Butterwoche heißt die Woche vor der Fastenzeit in Rußland, was bedeutet: auch dort ist eine Woche lang gegessen und gefeiert worden. Erwachsene und Kinder liefen verkleidet durch die Dörfer, in den Städten gab es Bälle, Schauspielertruppen reisten durchs Land und jede Mahlzeit war so üppig, wie man es sich leisten konnte.

Am letzten Tag wurde Prinz Karneval, eine Strohpuppe, bei Sonnenuntergang verbrannt.

Flandern

Frauensamstag oder Frauchensamstag heißt in Flandern der Fastnachtssamstag. Alle Ehefrauen luden sich gegenseitig gleich nach dem Mittagessen zu Kaffee und Pfannkuchen ein und spielten Karten. Um acht Uhr durften die Männer dazukommen, es gab Punsch und Wacholderschnaps, es wurde tüchtig gegessen und getanzt, sogar auf dem Heimweg haben die Leute noch auf der Straße den Reigen weitergetanzt.

USA

Hühnerschlagen fand in England statt, ist aber auch über das Meer in die USA gewandert.

Ein frisch geschlachtetes Huhn oder ein hahn (Erinnerung an ein Fruchtbarkeitsopfer) wurde einem mit Schellen behangenen Burschen auf den Rücken gebunden, die übrigen Burschen bekamen die Augen verbunden, ursprünglich mit den Schürzen ihrer Mädchen, und mußten, nur vom Schellengerassel geleitet, dem ersten Burschen nachlaufen und das Huhn mit Meien, grünen Zweigen, abschlagen. nach der wilden und oft sehr komischen Jagd wurde das huhn für alle gekocht und mit Pfannkuchen gemeinschaftlich verzehrt.

England

Shrove Tuesday heißt der Faschingsdienstag in England, was auf die alte Sitte der römisch-katholischen Kirche hinweist. Die Frommen sind vor der Reformation an diesem Tag um zehn Uhr zur Beichte gegangen, nach der sie "shriven"sind, das heißt: von den Sünden losgesprochen. Dieser Tag wurde aber auch als letzte Gelegenheit zum "Merrymaking" (allgemeines Fest) vor der Fastenzeit verstanden. Es gab hahnenkämpfe, Fußball auf der Straße und ein großes Festgelage.

Die Pancake bell, die Pfannkuchenglocke, läutete in London um zehn Uhr am Faschingsdienstag, um die Frommen zur Beichte zu rufen, läutete aber oft den letzten tollen Tag ein und abends aus.

Lin-Crock-Day ist auch eine englische Bezeichnung für den Faschingsdienstag. Die Kinder liefen durchs Dorf, sammelten altes Porzellan und Steingut ein, warfen es mit großen Getöse und manchmal bei Musik zu Scherben, natürlich um die Geister zu vertreiben, und bekamen zur Belohnung Pfannkuchen, soviel sie essen konnten.

Nickanan Night hieß in Cornwall die Nacht vom letzten Faschingstag, es herrschten wilde archaische Sitten. Die Frauen rieben ihre verrußten Hände an allen Gesichtern derer ab, die ihnen über den Weg liefen, junge Burschen klopften mit Knüppeln an alle Haustüren, schleppten Türen und Gartentore weg oder begossen jeden mit Wasser, der so unvorsichtig war, ihnen über den Weg zu laufen.

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