Medikamente

Wenn wir über das Thema Medikamente sprechen, dann verlassen wir das Terrain der ersten Hilfe. Die Verordnung aller - auch rezeptfreier - Medikamente ist grundsätzlich die Sache von Ärzten.

Auf der anderen Seite sind wir im Outdoor-Bereich oft in Gebieten unterwegs, wo ärztliche Hilfe Stunden oder gar Tage entfernt ist. Die Bedeutung von Medikamenten für die Behandlung von Notfallsituationen ist jedoch beträchtlich. Daher wurden hier grundlegende Informationen über Medikamente zusammengestellt. Zunächst einige grundsätzliche Hinweise zum Gebrauch und zu den Gefahren von Medikamenten.

Nebenwirkungen

Das sind unerwünschte Effekte einer Arzneimitteltherapie. Häufig bringt die Hauptwirkung des Medikamentes direkt eine Nebenwirkung mit sich. Beispielsweise wirken manche Antibiotika gegen eine Infektionskrankheit, schädigen jedoch auch die Bakterien, die im Körper wichtige Dienste leisten, etwa die Darmbakterien. Die Nebenwirkungen sind also Darmbeschwerden.

Oft hat ein Medikament auch mehrere verschiedene Wirkungen, einerseits erwünschte andererseits unerwünschte. So wirkt ASS (Aspirin®) einerseits gegen Schmerzen und Fieber, vermindert andererseits aber die Fähigkeit zur Blutgerinnung, was bei Blutungen problematisch sein kann. Deswegen darf man bei Verletzungen kein Aspirin® einnehmen, weil dadurch eine Blutung verstärkt werden kann. Dies gilt besonders für innere Verletzungen und Kopfverletzungen.

Viele Medikamente entfalten bei Überdosierung eine besonders schädliche Wirkung. Bei manchen Medikamenten ist der Abstand zwischen wirksamer Dosis und Giftwirkungrecht klein; man spricht von »geringer therapeutischer Breite«.

Allergien

Prinzipiell kann jeder Patient auf praktisch alle Medikamente allergisch reagieren. Selbst auf die einfachsten Medikamente sind allergische Reaktionen bekannt. Eine allergische Reaktion kann einen Schock auslösen und somit das Leben des Patienten bedrohen. Solche Reaktionen treten selten beim ersten Kontakt mit einem Stoff auf. Wenn dieser jedoch erfolgt ist, kann schon der nächste, aber auch erst der hundertste erneute Kontakt eine schwere allergische Reaktion auslösen, die ohne ärztliche Unterstützung nicht beherrschbar ist. Also: Allein die hier dargestellten Gefahren sollten dich davon überzeugen, Medikamente ohne konkreten ärztlichen Rat nur einzusetzen, wenn es gar nicht anders geht. Natürlich ist auch nach einer ärztlichen Verordnung leichtfertiger Umgang mit Medikamenten nicht angebracht.

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