Statuten

  • 1 Selbstverständnis und Zweck
    • 1.1 Die katholische Jungschar Südtirols, in Kurzform "Jungschar" oder "KJS", von nun an auch "Verein", ist ein selbstständiger und gemeinnütziger Verein mit Tätigkeitsbereich innerhalb der Provinz Bozen-Südtirol.
    • 1.2 Die KJS ist selbstständiger Teil der katholischen Laienbewegung der Diözese Bozen-Brixen und versteht sich als Träger der außerschulischen kirchlichen Kinderarbeit auf Pfarr-, Dekanats- und Diözesanebene im Auftrag und Sinn des Diözesanbischofs.
  • 2 Leitlinien und Grundsätze
    • 2.1 Die KJS weiß sich in Zusammenarbeit mit Elternhaus und Schule für eine ganzheitliche Entwicklung der Kinder verantwortlich. Die KJS wendet sich an alle Buben und Mädchen zwischen dem 8. und dem vollendeten 14. Lebensjahr.
    • 2.2 Die KJS will die entwicklungspsychologisch notwendige und freiwillig gesuchte Gemeinschaft Gleichaltriger ermöglichen, die Kirche als Gemeinschaft aus dem Glauben lebender und in der Liebe tätiger Menschen erlebbar machen und die personale Glaubensentscheidung vorbereiten.
    • 2.3 Die KJS arbeitet ganzheitlich: das gesamte Leben des Kindes (Spiel, Sport, Feier, Diskussion, ...) wird im christlichen Geist zu gestalten versucht.
    • 2.4 Die KJS arbeitet altersgemäß: Die Erziehungsmodelle werden der Psyche des Kindes und dem jeweiligen Alter entsprechend erstellt.
    • 2.5 Die KJS arbeitet aktionsbetont: konkrete Taten sollen zu einer bewußten Mitarbeit im Volke Gottes führen.
    • 2.6 Die KJS arbeitet der jeweiligen Aufgabenstellung entsprechend nach Geschlechtern getrennt oder koedukativ.
    • 2.7 Die KJS stellt die überschaubare Gruppe in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Unter der Leitung einer für die kirchliche Kinderarbeit geeigneten Person führt diese Gruppe in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Unter der Leitung einer für die kirchliche Kinderarbeit geeigneten Person führt diese Gruppe ein reges und möglichst selbstständiges Gruppenleben (regelmäßige Gruppenstunden, Sport, Ausflüge, Lager, Theater, Feierstunden, ...)
    • 2.8 Die KJS wählt ihre Führungskräfte nach charakterlicher Eignung und fachlichen Fähigkeiten aus. Sie sorgt für eine entsprechende Ausbildung.
    • 2.9 Die KJS bekennt sich zur demokratischen Staatsform, ist aber keiner politischen Partei verpflichtet oder zuzurechnen.
  • 3 Name und Sitz
    • Der Verein trägt den Namen "Katholische Jungschar Südtirols", in Kurzform "Jungschar" oder "KJS", und hat und hat seinen Sitz als Landesorganisation in der diözesanen Jugendstelle in Bozen, Südtiroler Straße 28.
  • 4 Erwerb der Mitgliedschaft
    • 4.1 Die Mitgliedschaft steht allen natürlichen Personen offen, die sich mit den Leitlinien und Grundsätzen der KJS einverstanden erklären sowie aktiv teilnehmen an einer selbstständigen kirchlichen Kindergruppe ("Jungschargruppe") in der Diözese Bozen-Brixen und/oder einer Ministarntengruppe in den Pfarreien der Diözese Bozen-Brixen.
    • 4.2 Aufnahmegesuche sind schriftlich an den Dözesanführungskreis zu richten und gelten als zum Eingangsdatum angenommen, wenn der Diözesansführungskreis sie nicht begründet und innerhalb eines Jahres ab jenem Zeitpunkt ablehnen sollte. Ein Gesuch kann frühestens ein Jahr nach erfolgter Ablehnung erneut gestellt werden.
  • 5 Verlust der Mitgliedschaft
    • 5.1 Die Mitgliedschaft erlischt durch Tod, freiwilligen Austritt oder durch Ausschluss.
    • 5.2 Der freiwillige Austritt ist jederzeit möglich und der Diözesanleitung schriftlich mitzuteilen.
    • 5.3 Mit Erreichen des 15. Lebensjahres gilt jedes Mitglied automatisch als ausgeschlossen, außer das Mitglied
      • hat die Funktion von Gruppenleiter/in oder Helfer/in inne,
      • gehört auch einem anderen Organ der KJS außer dem Diözesanführungskreis und dem Schiedsgericht an
      • wirkt mit an einem Gremium der KJS mit beratender oder Verwaltungsfunktion
      in diesen Fällen bleibt die Mitgliedschaft so lange aufrecht als das Mitglied zumindest eine dieser Funktionen innehat.
  • 6 Rechte und Pflichten
    • 6.1 Die Mitglieder sind dazu berechtigt, an allen Veranstaltungen des Vereins aktiv teilzunehmen, die Einrichtungen des Vereins weisungs- und bestimmungsgemäß zu nutzen sowie an der Willensbildung des Vereins teilzuhaben. Das aktive Wahlrecht steht dabei allen Mitgliedern zu, das passive Wahlrecht allen Mitgliedern, die das 16. Lebensjahr erreicht haben.
    • 6.2 Die Mitglieder verpflichten sich zur Mitarbeit an der Verwirklichung der Ziele des Vereins. Sie haben sich insbesondere an Statuten, etwaige Durchführungsbestimmungen sowie an Beschlüsse von Verein und Organen zu halten.
  • 7 Organe
    • Die Organe des Vereins sind:
      • Der Diözesanführungskreis oder "DFK" (Vollversammlung)
      • die Diözesanleitung oder "DL" (Ausschuss)
      • der Diözesanjungscharseelsorger
      • das Diözesanteam oder "DT" (Vollzugsausschuss)
      • der Diözesanvorsitzende und seine beiden Rechnungsprüfer
      • das Schiedsgericht
  • 8 Der Diözesanführungskreis - DFK
    Alle Mitglieder zusammen bilden den Diözesanführungskreis. Er wird einberufen durch Anschlag von Datum, Ort und Tagesordung am "schwarzen Brett" der KJS, und das mindestens die beiden Wochen unmittelbar vor dem Datum der Versammlung. Er trifft die grundlegenden Entscheidungen über Aufgaben und Ziele der KJS. Die Aufgaben des Diözesanführungskreises bestehen insbesondere in:
    • Aufnahme von Mitgliedern
    • Wahl der Diözesanleitung
    • Wahl des Diözesanvorsitzenden und seiner beiden Stellvertreter
    • Wahl des Diözesanjungscharseelsorgers
    • Bestellung der Rechnungsprüfer
    • Bestimmung bzw. Genehmigung des jeweiligen Jahresthemas und der Schwerpunkte
    • Festlegung des Jahresprogrammes
    • Genehmigung des Finanzhaushaltes
    • Verabschiedung von Resolutionen
    • Änderung der Statuten
    • Auflösung des Vereins
    • Alle Obliegenheiten, die nicht anderen Organen vorbehalten sind
  • 9 Die Diözesanleitung - DL
    Die Diözesanleitung der KJS besteht aus dem Diözesanteam sowie je einem Delegierten aus jedem Dekanat der Diözese Bozen-Brixen, soweit die Dekanate zumindest einen potentiellen Delegierten namhaft machen.
    Der Diözesanführungskreis kann beschließen, die Diözesanleitung in einem einzigen Wahlgang im Block zu bestellen. Wenn es diesfalls aus manchen Dekanaten mehr als einen Abwärter gibt, ermittelt der Diözesanführungskreis im Zuge einer Stichwahl unter den Anwärtern zuerst den jeweiligen Dekanatskandidaten, um anschließend alle Kandidaten im Block anzunehmen. Sollte der Kandidatenblock nicht die Mehrheit auf sich vereinen, kommen die Regeln für die ordentliche Wahl zur Anwendung.
    Jedenfalls ohne Stimmrecht gehören der Diözesanleitung zudem, sofern ernannt, ein Vertreter des Hauptausschusses von "Südtirols Katholische Jugend - SKJ" an sowie jene Personen, welche die Diözesanleitung selbst kooptieren.
    Die Aufgaben der Diözesanleitung sind:
    • Ausschluß von Mitgliedern
    • Erstellung bzw. Genehmigung der Tagesordnung für den Diözesanführungskreis
    • Durchführung der Beschlüsse des Diözesanführungskreises
    • Bestellen, Beschicken und Auflössen von Gremien mit beratenden oder Verwaltungsfunktionen
    • Zusammenarbeit mit dem Diözesanteam
    • Planung und Durchführung gemeinsamer Veranstaltungen und Aktionen
    • Studium aktueller Probleme
    • Planung und Abhaltung von Schulungen, Seminaren bzw. Aus- und Weiterbildungsangeboten
    • Erstellung diözesaner Arbeitshilfen
    • Anbieten von Hilfen aller Art für die Pfarr- und Gruppenarbeit
    • Bemühung für den Auf- und Ausbau von Jungschargruppen in den Pfarreien
  • 10 Der Diözesanjungscharseelsorger
    Der Diözesanjungscharseelsorger wird alle drei Jahre gewählt und nimmt, abgesehen von seinen Aufgaben als Mitglied der Diözesanleitung, folgende Verpflichtungnen wahr:
    • Kontakt zur Kurie und anderen kirchlichen Organen und Organisationen
    • Spiritueller Beistand
  • 11 Das Diözesanteam - DT
    Das Diözesanteam besteht aus dem Vorsitzenden, seinen beiden Stellvertretern, dem Diözesanjungscharseelsorger und, wie auch in der Diözesanleitung: ohne Stimmrecht, den hauptamtlichen Mitarbeitern der KJS.
    Die Aufgaben des Diözesanteams sind:
    • Erstellung der Tagesordnung für die Diözesanleitung
    • Öffentlichkeitsarbeit im Sinne der KJS
    • Führung der laufenden Geschäfte
    • Erstellen des Vereinsbudges
    • Aufnahme von hauptamtlichen Mitarbeitern bzw. Zivildienern samt allen damit zusammenhängenden arbeits- bzw. zivildienstrechtlichen Belangen
    • Beschaffung von finanziellen Mitteln
    • Planung kurzfristiger Aktionen
    • Jährliche Erstellung eines Tätigkeitsberichtes
  • 12 Der Vorsitzende und seine Stellvertreter
    Der Vorsitzende ist gesetzlicher Vertreter des Vereins und vertritt diesen nach außen. Er sitzt dem Diözesanführungskreis, der Diözesanleitung und dem Diözesanteam vor. In seiner Abwesenheit oder Verhinderung obliegt dies dem ersten und, im Falle der Abwesenheit oder Verhinderung beider, dem zweiten Stellvertreter.

  • 13 Die beiden Rechnungsprüfer
    Die Rechnungsprüfer dürfen weder der Diözesanleitung angehören, noch Vorsitzende oder stellvertretende Vorsitzende der KJS, noch deren Diözesanjungscharseelsorger sein.
    Ihnen obliegt die Überprüfung der Jahresabschlussrechnung sowie die Überwachung der Tätigkeit von Diözesanleitung und Diözesanteam in finanzieller Hinsicht.
    Bei der jährlichen Sitzung des Diözesanführungskreises berichten sie über ihre Tätigkeit und erklären, ob sie dazu in der Lage sind, Diözesanleitung und Diözesanteam für ihre finanzielle Gebarung zu entlasten.

  • 14 Das Schiedsgericht
    • 14.1 Die Mitglieder sind dazu verpflichtet, alle Streitfälle, die sich aus dem Mitgliedsverhältnis und/oder der Auslegung von Statuten, etwaigen Durchführungsbestimmungen sowie Beschlüssen von Verein und Organen ergeben, der ausschließlichen und endgültigen Entscheidung des Schiedsgerichtes zu übergeben.
    • 14.2 Das Schiedsgericht besteht aus drei Schiedsrichtern, die wie folgt bestellt werden:
      • Jede Partei bestellt in der Klage und in der Klagebeantwortung einen Schiedsrichter. Sind mehr als zwei Parteien am Verfahren beteiligt und erzielen sie über die Bestellung eines oder beider Schiedsrichter keine Einigung, so werden der oder die fehlenden Schiedsrichter auf Antrag jeder der Streitparteien vom Präsidenten des Landesgerichts Bozen bestellt;
      • wird die Namhaftmachung von einer, mehreren oder allen Parteien nicht vorgenommen, und fehlen aus diesem Grund einer oder beide Schiedsrichter, so werden der oder die fehlenden Schiedsrichter auf Antrag jeder der Streitparteien vom Präsidenten des Landesgerichtes Bozen bestellt;
      • der dritte Schiedsrichter, der die Aufgabe des Senatsvorsitzenden übernimmt, muß Jurist sein und wird von den beiden Parteienschiedsrichtern im Einverständnis ernannt, oder, in Ermangelung eines solchen, auf Antrag jeder der Parteien vom Präsidenten des Landesgerichtes Bozen.
    • 14.3 Das Schiedsverfahren selbst unterliegt den einschlägigen italienischen Gesetzesbestimmungen.

    Prozedurales


    So weit für die einzelnen Organe nichts anderweitiges vorgesehen ist, kommen für Diözesanführungskreis, Diözesanleitung und Diözesanteam folgende Regelungen zur Anwendung.

  • 15 Einberufung und Tagesordnung
    Der Vorsitzende beruft die Organe mindestens einmal jährlich ein, wobei die schriftliche Einladung unter Angabe von Ort, Zeit und Tagesordnung mindestens drei Tage vor dem Termin zugestellt werden muß.
    Ebenso beruft der Vorsitzende die Organe innerhalb von dreißig Tagen in außerordentlicher Sitzung ein, wenn dies mindestens zehn Prozent der jeweils stimmberechtigten Funktionäre schriftlich unter Angabe von Gründen verlangt.

  • 16 Mehrheiten
    Die Beschlüsse der Organe werden mit einfacher Stimmenmehrheit gefaßt.
    In erster Einberufung ist für das Bestehen der Beschlußfähigkeit die Anwesenheit von mindestens der Hälfte der stimmberechtigten Mitglieder bzw. Funktionäre notwendig, in zweiter Einberufung ist die Beschlussfassung unabhängig von der Anzahl der Anwesenden möglich.
    Bei Genehmigung des Finanzhaushaltes und Abstimmungen über ihre Haftung verfügen die Funktionäre der Diözesanleitung sowie der Diözesanjungscharseelsorger über kein Stimmrecht.
    Zur Änderung von Gründungsurkunde oder Statuten ist jedenfalls die Mehrheit von zwei Dritteln, für die Auflösung des Vereines auch in zweiter Einberufung die Mehrheit von drei Vierteln aller Mitglieder vonnöten.

  • 17 Wahlen
    Die Wahl der Funktionäre erfolgt schriftlich und geheim. Bei gleicher Stimmenzahl kommt es zu einer Stichwahl zwischen den Kandidaten mit den meisten Stimmen. Jeder Stimmberechtigte verfügt über eine Stimme, Vertretungen sind nicht zulässig.
    Alle Funtkionäre sind unmittelbar wiederwählbar.

  • 18 Amtsdauer und Nachbesetzung
    Alle Funktionäre bleiben drei Jahre lang und jedenfalls bis zur Nachbesetzung im Amt. Bei Ausscheiden von Funktionären während laufender Amtsperiode werden siese von den jeweils zuständigen Organen ersetzt, bleiben jedoch jedenfalls nur für die Ursprüngliche Amtsdauer ihrer Vorgänger im Amt.

    Vermögen Geschäftsjahr und Gemeinnützigkeit

  • 19 Vermögen
    Das Vermögen der KJS setzt sich zusammen aus Beiträgen öffentlicher Körperschaften, aus Spenden sowie aus dem Erlös von Behelfen und Kurstätigkeiten. Alle Mittel werden ausschließlich zum Erreichen des Vereinszwecks verwendet.

  • 20 Geschäftsjahr
    Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

  • 21 Gemeinnützigkeit und Ehrenamtlichkeit
    Der Verein arbeitet ohne Gewinnabsicht und dient ausschließlich und unmittelbar dem gemeinnützigen Zweck. Ebenso arbeiten alle Mitglieder und Funktionäre des Vereins ehrenamtlich. Reiner Kostenersatz ist möglich. Eine auch nur indirekte Ausschüttug etwaiger Gewinne unter den Mitgliedern ist ebenso untersagt wie die Verteilung des Vereinsvermögens unter denselben im Falle ihres Austrittes, der Auflösung des Vereins oder jedem anderen Grund.

  • 22 Auflösung des Vereins
    Das bei Auflösung des Vereins anfallende Vermögen ist für die kirchliche Kinderarbeit bestimmt. Über den Verwendungszweck entscheidet der Diözesanführungskreis.

  • 23 Schlußbestimmungen
    Auf alle von den Statuten nicht oder nicht vollständig geregelten Fälle findet italienisches Recht Anwendung.

Vom 07.04.1999

Dekret des Landeshauptmanns

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