Wörter bilden

Aus drei Bögen weißem Kartonpapier werden zunächst Karten gebastelt. Mit Lineal und Bleistift wird das Kartonpapier in gleichmäßige Rechtecke eingeteilt, die so groß sind wie Spielkarten oder etwas kleiner. Dann werden diese Rechtecke ausgeschnitten. An dieser Arbeit sind alle Kinder beteiligt und sie sind bestimmt mit Feuereifer dabei, denn die Freude am eigenen Schaffen steckt in jedem Kind. Angenommen, man erhält 150 Karten; jetzt kommt die Hauptarbeit. Die Karten werden nun, wie die untenstehenden Abbildungen zeigen, mit den Buchstaben des Alphabets versehen. Da aus diesen Buchstabenkarten Wörter gelegt werden sollen, muß man folgende Überlegung anstellen: Große Buchstaben braucht man nicht so viele wie kleine, denn sie werden ja nur als Anfangsbuchstaben verwendet. In der deutschen Sprache kommt - wie man weiß - der Buchstabe "e" am häufigsten vor, also benötigt man viele "e"-Karten, X, Y jedoch sind selten.

Nachdem man sich geeinigt hat, daß das große A dreimal, das kleine a jedoch achtmal erscheinen soll usw., wird die Arbeit verteilt. Jedes Kind erhält sein "Buchstabenpensum" und malt darauf los. Es umrandet zunächst Buchstaben und malt ihn dann leuchtend rot, grün oder blau aus. Sollten die Buchstaben ein wenig schief und krumm werden, schadet das nicht allzuviel, "Handarbeit" ist niemals so genau wie die Arbeit einer Maschine. Hauptsache, alle Buchstaben sind gut lesbar! Vier Karten lässt man übrig. Sie werden nicht mit einem Buchstaben, sondern mit irgend einem lustigen Bildchen versehen. Diese Bildkarten spielen eine besondere Rolle

Das Spiel beginnt. Jeder Mitspieler erhält zehn Karten, die übrigen bleiben verdeckt im Stapel mitten auf dem Tisch liegen. Alle dürfen nun überlegen, was sie am besten mit ihren Karten anfangen können. Das Ziel des Spiels ist, möglichst lange Hauptwörter zusammenzusetzen. Spieler Moritz hat vielleicht folgende Karten: B, L, M, e, e, ö, k, i, n, p. Ein Wort lässt sich damit schon zusammenstellen, nämlich "Bein". Halt, ich weiß noch ein besseres, bei dem ein Buchstabe mehr zu verwenden ist, und zwar "Leine". Moritz steckt die Karten zusammen, die "Leine" ergeben. Er darf nun eine Karte vom verdeckten Stapel nehmen und eine andere, die er nicht benötigt auf den zweiten, offenen Stapel legen.

Ich rate, vor allem von den großen Buchstaben abzulegen, die weniger gebraucht werden, als die kleinen. Im Verlauf des Spiels hat Moritz außer seiner "Leine" vielleicht noch das Wort "Mücke" gesammelt. Dazu fehlt ihm nur noch das kleine "c". Falls vor ihm jemand ein "c" auf den offenen Stapel gelegt hat, sodass es die oberste Karte ist, kann Moritz diese Karte anstelle einer vom verdeckten Stapel nehmen. Wenn er eine Karte möchte, die bereits von anderen verdeckt wurde, muß er diese mitkaufen, also alle Karten welche auf der Wunschkarte liegen, nehmen. Jeder Mitspieler kann Karten kaufen, wieviele er will. Es macht gar nichts, wenn er schließlich 20 Karten in der Hand hat.

Sieger ist, wem es als erstes gelingt, fertige Hauptwörter in der Hand zu halten, ohne dass eine nicht verwendete Karte übrigbleibt. Angenommen, Monika hat es durch "Kaufen" im Laufe des Spiels auf 18 Karten gebracht. Sie hält die Wörter "Donau", "Herz", "Korb", und die Buchstaben "Tass" und ein "p" in der Hand. Jetzt ist sie an der Reihe, darf eine Karte aufnehmen, hat Glück, weil sie ein kleines "s" bekommt, legt das "p" fort und ist nun Siegerin mit den Worten: "Donau", "Herz", "Korb", und Tasse". Sie legt ihre Karten offen auf den Tisch. Alle anderen tun ihr das gleiche Ihr nachbar Moritz hat mit neunzehn Karten: "Dampfer" und "Rosenbeet" gelegt. Drei Karten sind als unverwendbar übrig und werden als drei Minuspunkte gerechnet. Die Minuspunkte aus fünf Spielen werden zusammengerechnet; wer die wenigsten hat, ist endgültiger Sieger des Spiels, Verlierer ist der mit den meisten.

Was ist nun mit unseren vier Bildkarten? Sie spielen die gleiche Rolle wie der Joker im Kartenspiel, d.h. wer eine Bildkarte hat, wird sie auf keinen Fall wieder weglegen. Sie gilt für jeden beliebigen Buchstaben.

Wer es mit seinen Mitspielern gut meint und auch möglichst gleichaussehende Karten haben will, stellt diese Buchstabenkarten selbst her. Er kann dann auch für sich allein erst mal versuchen, ob sich genügend Wörter bilden lassen. Ist das zu schwierig, sollte er entsprechende Buchstaben zusätzlich anfertigen

Wer den Spielern die Aufgabe nicht zu schwer machen will, fertigt nur kleine Buchstaben an und sagt, dass alle Wörter klein geschrieben werden ...

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