Sankt Nikolaus

ein Spiel für die kleinsten

Personen: (ab 17) Die Kindergärtnerin - oder der Herr Lehrer
alle Kinder: sie spielen
der Bischof Nikolaus von Myra
eine Mutter in Myra und
ihre zwei Kinder
ein alter Mann von Myra
Kinder von Myra
das Schiff
der Kapitän
zwei Matrosen und
der Sturm
Spieldauer: ca. 18 Minuten
Alle Kinder:

(ziehen mit der Kindergärtnerin auf den Spielplatz und singen dabei)

Heiliger Bischof Nikolaus,
komm herein in unser Haus!
Alle Kinder freuen sich.
Alle Kinder rufen dich,
Sankt Nikolaus!

Du bist unser großer Freund,
der's am besten mit uns meint.
Alle Kinder warten sehr.
Lieber Bischof, komm doch her,
Sankt Nikolaus!

Bring mir etwas Gutes mit,
lieber Nikolaus, ich bitt.
Ich will lieb und folgsam sein,
und du sollst dich richtig freun,
Sankt Nikolaus!

Heiliger Bischof Nikolaus,
komm herein in unser Haus!
Alle Kinder freuen sich.
Alle Kinder rufen dich,
Sankt Nikolaus!
Sankt Nikolaus!
Sankt Nikolaus!

(Auf dem Spielplatz stellen sie sich im Kreis auf. Und wenn die Eltern dabei sind, haben sich diese schon vorher im großen Kreis um den Spielplatz herumgesetzt)
Die Kindergärtnerin:

Ich erzähle euch eine Geschichte vom heiligen Bischof Nikolaus. Das ist eine schöne Geschichte. Und seit vielen hundert Jahren erfreuen sich die Kinder daran:

Es ist schon lange, lange her. Es war kurz nach der Zeit, als das Christkind, Gottes Sohn, in Betlehem geboren war. Jesus hatte uns von Gott Vater erzählt und war am Kreuz gestorben. Er war aus dem Grab auferstanden und in den Himmel aufgefahren. Und dann hatte er uns den heiligen Geist geschickt - und der hatte die Apostel in die ganze Welt ausgesandt, damit sie uns alle von Gott erzählten. Als die Apostel gestorben sind, haben sie uns die Bischöfe da gelassen, damit sie uns vom lieben Gott erzählen. Und ein solcher Bischof hieß Nikolaus. Er war Bischof in der Stadt Myra. Myra liegt weit, weit weg am Meer, da, wo heute die Türken wohnen.

Der Bischof Nikolaus war ein guter frommer Bischof - und alle Leute haben ihn sehr lieb gehabt. Er hat allen geholfen. Die armen Leute durften zu ihm in sein Haus gehen, und er schenkte ihnen alles, was er hatte.

Er hat die Bösen in den Gefängnissen besucht - und sie sind wieder brave Leute geworden - und der Bischof Nikolaus hat dem Richter gesagt, er soll sie frei lassen. Alle Leute haben erzählt, der Bischof Nikolaus sei ein heiliger Mann. Wenn ein Sturm war und die Schiffe auf dem Meer beinahe untergingen, dann schrieen die Leute auf dem Schiff: "Heiliger Bischof Nikolaus, hilf" - und gleich hörte der Sturm auf zu toben. Solch ein heiliger Mann war der Bischof Nikolaus.

Und einmal ist über das ganze Land eine große Hungersnot. Die Sonne brannte vom Himmel wie Feuer. Kein Regen fiel auf die Erde. Alles ist auf den Feldern verdorrt - und die Leute hatten nichts mehr zu essen. Der Bischof Nikolaus hat ihnen alles geschenkt, was er besaß. Und dann hat er all sein Geld genommen und damit Schiffe gekauft. Die Schiffe hat er in fremde Länder geschickt, damit sie dort Brot und Mehl kauften.

Die Leute hatten großen Hunger und haben ungeduldig gewartet, dass die Schiffe wieder zurückkommen sollten. So schlimm war es noch nie.

Ein Mädchen: Die Geschichte von dem großen Hunger wollen wir spielen!
Ein Bub: Und ich spiele den Bischof Nikolaus.
Ein Kind: Wir sind die Leute von Myra
Ein Mädchen: Ich bin eine Mutter - und ihr seid meine zwei Kinder. (sie nimmt zwei Kleine an die Hand)
Ein Bub: Ich bin ein alter Mann von Myra
Ein Kind: (zu ein paar anderen) Und wir sind Kinder von Myra.
Die Kindergärtnerin: Wir brauchen aber noch ein Schiff.
Ein Kind: Das Schiff sind wir. (Und es holt ein paar andere Kinder dazu) Nehmt euch an den Händen! Schaut, so sind wir ein Schiff. (Die Schiff - Kinder tun es)
Ein Bub: Ich bin der Kapitän - und du - und du, ihr seid meine Matrosen. (Er geht mit den beiden ins "Schiff")
Die Kindergärtnerin: Jetzt fehlt nur noch der Sturm
Ein Bub: Der Sturm sind wir. Hört nur! (Ein paar Kinder, am besten Buben, stellen sich dazu)
Die Sturmkinder: (singen)

Wir blasen und toben,
hier unten, dort oben.
Wir sind der Sturm!
Wir heulen und sausen,
wir schreien und brausen.
Wir sind der Sturm!
Hui!

Die Kindergärtnerin: Das Schiff ist ganz weit fort. (Das "Schiff" geht auf die andere Seite des Spielplatzes) Und der Sturm schläft. (Die Sturmkinder kauern sich auf den Boden)
Ein Sturmkind: Wir schlafen.
Die Kindergärtnerin: Du stellst dich dahin, Bischof Nikolaus, und schaust, ob die Schiffe noch nicht zurückkommen, die du fortgeschickt hast. (Sie tritt zur Seite)
Der Bischof Nikolaus: Ich bin der Bischof Nikolaus. Ich muss an alle Leute denken. Sie haben nichts zu essen und haben doch so großen Hunger. Ich habe Schiffe fortgeschickt, damit sie Mehl bringen, zum Brotbacken. Ich schaue, ob man sie noch nicht sieht. (Er schaut)
Die Mutter: (Kommt mit ihren Kindern zur Mitte)
Das erste Kind: Mutter, ich habe Hunger.
Das zweite Kind: Ich kann nicht mehr gehen. Ich bin so müder vor lauter Hunger.
Die Mutter: Ich habe kein Stück Brot mehr.
Das erste Kind: Geh doch zum Bischof Nikolaus!
Die Mutter: Der hat uns schon alles gegeben. Er hat selber nichts mehr zu essen.
Der alte Mann: (kommt ganz müde) Ich bin so alt. Und niemand gibt mir etwas zu essen, nicht einmal der Bischof Nikolaus.
Ein Kind von Myra: (kommt dazu) Du bist dumm, der Bischof Nikolaus hat selber nichts. Er hat uns alles gegeben, was er hatte, und hat selber nichts gegessen.
Der alte Mann: Ich habe aber Hunger.
Die anderen: Wir auch! (andere Kinder von Myra kommen)
Ein Kind von Myra: Wir haben gegessen.
Das erste Kind der Mutter: Was denn?
Ein Kind von Myra: Gras.
Der alte Mann: Pfui, Gras!
Das Kind: Ja, es schmeckt nicht gut, aber es hilft gegen den Hunger.
Das zweite Kind der Mutter: Wo ist Gras? Die Sonne hat doch alles vertrocknet.
Ein Kind von Myra: Hinter der Kirche im Schatten war es.
Ein anderes Kind von Myra: Jetzt ist nichts mehr da, wir haben alles aufgegessen.
Das erste Kind der Mutter: Mutter, wir haben kein Gras bekommen.
Die Mutter: Sei still! Schau, dort ist der Bischof Nikolaus.
Ein Kind von Myra: Er steht am Meer.
Der alte Mann: Er schaut, ob seine Schiffe kommen.
Die Mutter: (geht zum Bischof Nikolaus. Die anderen folgen) Lieber Bischof Nikolaus, kommen die Schiffe noch nicht?
Der alte Mann: Wenn sie nicht bald kommen, sterben wir vor Hunger.
Der Bischof Nikolaus: Habt keine Angst, der liebe Gott verlässt uns nicht. Die Schiffe werden schon kommen. Wir müssen ihn nur bitten.
Ein Kind von Myra: Ja, wir müssen Gott bitten.
Der Bischof Nikolaus: Lieber Gott, lass die Schiffe kommen!
Ein Kind von Myra: Da! Schaut!
Ein anderes: Ein Schiff!
Alle: Ein Schiff! Ein Schiff!
Die Mutter: Es bringt Mehl!
Ein Kind: Dann backen wir Brot!
Der alte Mann: Und wir essen es!
Alle: Ein Schiff! Ein Schiff! Ein Schiff!
Ein Kind: Es kommt näher!
Ein anderes: Schaut! Schaut!
Die Mutter: Das Schiff kommt näher!
Alle: Das Schiff! Das Schiff! Das Schiff! (während sie schauen, kommt das Schiff ganz langsam näher)
Der erste Sturmbub: (wird währenddessen wach und reibt sich die Augen) Ich hab genug geschlafen
Der zweite: (wird wach) Ich auch. Ich will blasen! (Er steht auf, der erste macht das gleiche)
Der dritte: (springt auf) Ich will wild sein!
Der zweite: (zu den anderen, die noch schlafen) Aufwachen! Aufwachen!
Ein vierter: Was ist?
Der dritte: Wir wollen wild sein! (Alle Sturmkinder stehen nacheinander auf)
Der erste: Wen packen wir?
Der dritte: Da ist ein Schiff!
Der zweite: Das Schiff packen wir!
Der erste: Los! Blast!
Alle Sturmkinder: (packen sich an den Händen und Armen - es soll eine unruhige Kette sein - und singen)

Wir blasen und toben,
hier unten, dort oben.
Wir sind ein Sturm!
Wir heulen und sausen,
wir schreien und brausen.
Wir sind der Sturm!
Hui!

(Sie gehen, sich wiegend, in kleinen Schritten oder Rucken auf das Schiff los und rufen) Hui! Hui! Hui! (Sie blasen weiter)
Der alte Mann: (bemerkt den Sturm) Der Sturm!
Die Mutter: Der Sturm will das Schiff fortjagen!
Der Kapitän: (ruft vom Schiff herüber) He, heiliger Bischof Nikolaus, wir haben Mehl für dich. Aber der Sturm jagt uns fort.
Alle Leute von Myra: Heiliger Bischof Nikolaus, hilf!
Der Sturm: (rückt immer weiter vor, das Schiff weicht zurück)

Wir blasen und toben,
hier unten, dort oben.
Wir sind der Sturm!
Wir heulen und sausen,
wir schreien und brausen.
Wir sind der Sturm!
Hui!

(Sie schreien ganz laut) Hui! Hui! Hui!
Der Kapitän und die Matrosen: Heiliger Bischof Nikolaus, hilf!
Die Leute von Myra: Heiliger Bischof Nikolaus, hilf!
Der Sturm: Hui! Hui! Hui!
Der Bischof Nikolaus: Ich kann nicht helfen. Helfen kann nur Gott!
Lieber Gott, hilf, sonst müssen alle Leute verhungern!
Lieber Gott, hilf, sonst müssen alle Leute verhungern!
Lieber Gott, hilf, sonst müssen alle Leute verhungern!
Der alte Mann: Er betet zum lieben Gott!
Der Bischof Nikolaus: (ruft) He, Sturm! Du musst dem lieben Gott gehorchen. Dreh dich um, Sturm! Treib das Schiff in den Hafen!
Der alte Mann: Aber das kann doch keiner - den Sturm umdrehen.
Die Mutter: Doch! Unser heiliger Bischof Nikolaus. (sie ruft) Bischof Nikolaus! Bischof Nikolaus! Hilf, dass der Sturm sich umdreht!
Alle: Hilf, dass der Sturm sich umdreht!
Der Bischof Nikolaus: Lieber Gott, ich bitte dich, lass den Sturm sich umdrehen!
Ein Sturmbub: (laut) Wir drehen uns um!
Ein anderer Sturmbub: Wir drehen uns um. Gott hat es gesagt. Sankt Nikolaus hat darum gebetet.
Die Sturmkinder: (rücken und drehen um das Schiff herum, so dass sie es dem Land zublasen. während sie singen)

Wir blasen und toben,
hier unten, dort oben.
Wir sind der Sturm!
Wir heulen und sausen,
wir schreien und brausen.
Wir sind der Sturm!
Hui!

(Sie blasen weiter)
Die Leute von Myra: (schauen und schauen)
Der alte Mann: Schaut, der Sturm hat sich umgedreht!
Alle: Schaut! Schaut! Schaut!
Ein Sturmbub: Los, Schiff, schwimm in den Hafen!
Alle Sturmkinder: Los! (noch stärker) Los! (ganz stark) Hui! Hui! Hui!
Der Kapitän: (ruft) Wir kommen, Bischof Nikolaus!
Die Matrosen: Wir kommen!
Die Mutter: Sie kommen!
Die Leute von Myra: Sie kommen! Sie kommen! Sie kommen!
Das Schiff: (ist bei den anderen angekommen) Wir sind da!
Die Mutter: Sie sind da! Gott sei Dank!
Der erste Sturmbub: Jetzt stürmen wir nicht mehr. Jetzt freuen wir uns und tanzen. (Die Sturmkinder lassen los und fangen an, einen Kreis zu bilden)
Der Kapitän: Wir sind da! Wir tanzen mit! (Er, seine Matrosen und das Schiff reihen sich in den Kreis der Sturmbooten ein)
Die Mutter: Wir tanzen mit. Wir haben Brot!
Alle Leute von Myra: (reihen sich in den Kreis ein und schließen ihn um den Bischof Nikolaus)
Der alte Mann: Lieber, heiliger Nikolaus!
Alle: Lieber, heiliger Nikolaus!
Die Mutter: Du hilfst allen Menschen gern.
Der Kapitän: Du bist gut!
Alle: Du bist gut! (Und sie singen und drehen sich dabei um Bischof Nikolaus)

Heiliger Bischof Nikolaus,
komm herein in unser Haus!
Alle Kinder freuen sich.
Alle Kinder rufen dich,
Sankt Nikolaus!

Du bist unser großer Freund,
der's am besten mit uns meint.
Alle Kinder wartensehr.
Lieber Bischof, komm doch her,
Sankt Nikolaus!

Bring mir etwas Gutes mit,
lieber Nikolaus, ich bitt.
Ich will lieb und folgsam sein,
und du sollst dich richtig freun,
Sankt Nikolaus!

Heiliger Bischof Nikolaus,
komm herein in unser Haus!
AlleKinder freuen sich.
Alle Kinder rufen dich,
Sankt Nikolaus!
Sankt Nikolaus!
Sankt Nikolaus!

Die Kindergärtnerin: (tritt wieder dazu und sagt) Das war unser Spiel vom heiligen Bischof Nikolaus. Er hat allen Menschen geholfen und Gutes getan. Und darum feiern wir jedes Jahr das Fest vom Sankt Nikolaus - und jedes Jahr darf ein großer braver Mensch den guten heiligen Bischof Nikolaus spielen, darf Bischofskleider anziehen und zu den Kindern kommen.
Soll ich Sankt Nikolaus rufen?
Alle Kinder: Ja! Ja! Ja!
Die Kindergärtnerin: Dann setzt euch auf eure Stühle. (Die Kinder tun es - und die Kindergärtnerin geht und holt den heiligen Nikolaus) Lieber heiliger Nikolaus, wir warten auf dich.

Der Bischof Nikolaus kommt herein und spricht zu den Kindern und beschenkt sie

Wenn dieses Spiel aber nicht mit dem Besuch des großen heiligen Nikolaus beendet werden soll, dann schließt es mit den Worten der Kindergärtnerin: "Und darum feiern wir jedes Jahr das Fest vom Sankt Nikolaus."