So ein Schwein!

Personen: (2) Kofler, Landwirt
Urlauberin
Spieldauer: ca. 3 Minuten
Material: Dekoration: Prospekt mit Bauernhof, im Hintergrund Felder; auf der Bühne steht eine Milchkanne.
Szene: Bauer Kofler steht auf der Bühne, sich auf eine Mistgabel stützend. Die Urlauberin, sportlich gekleidet, tritt auf.
Urlauberin: Guten Morgen, Herr Kofler.
Kofler: Guten Morgen, Frau Krausicke. Na, wie gefallen ihnen die Ferien auf dem Bauernhof?
Urlauberin: Herrlich! Schon die erste Nacht haben wir so gut geschlafen. Die Ruhe! Und die gute Luft! Wir haben ja Teneriffa so satt. Mallorca ... nicht mehr für geschenkt. Für diese ländlich Umgebung lassen wir sogar Bangkok und Sri Lanka stehen.
Kofler: (nickt) Hier bei uns hat fast jeder Urlaubsgäste aus der Großstadt. Na, sie sind aber schon früh auf.
Urlauberin: Der Hahn hat gekräht ... und mein Mann schläft noch. Und sie? Sie warten wohl auf das Molkereiauto?
Kofler: Nein, auf Werner. Der Bub ist mit Emma unterwegs.
Urlauberin: Emma? Sieh mal an ... Ihr Junge fängt aber früh an.
Kofler: Nein, nein, nicht, was sie denken. Emma ist unser Schlachtschwein. Da hinten ... sehen sie die beiden ... auf dem Hügel ...
Urlauberin: (legt die Hand abschirmend auf über die Augen, späht aus) tatsächlich. Sagen sie - dieses Schwein läuft ja wie ein Hund neben dem Jungen.
Kofler: Ja, das müssen wir ihm natürlich erst beibringen. Aber jetzt macht ihm der Frühsport richtig Spaß.
Urlauberin: Frühsport, warum denn das?
Kofler: Na, das müssten sie aus der Stadt doch am besten wissen. sie wollen doch nur ganz mageres Schweinefleisch. Von Fett will heute kein Mensch mehr etwas wissen.
Urlauberin: Und da züchten sie extra magere Schweine?
Kofler: Sicher ... sonst sind sie nicht mehr zu verkaufen. Was meinen sie, wie wir auf die schlanke Linie unserer Schweine achten. Die Tiere leben ausgesprochen Kalorienbewusst.
Urlauberin: (hält Ausschau) Jetzt beginnen sie sogar zu laufen!
Kofler: Ja ... das ist die Rennstrecke. Die hundert Meter schafft Emma in 10,8. Der Xaver vom Huber Bauer braucht 11,3. Das Schwein läuft, als ob es Asthma hätte. Beim Herbstschweinerennen schafft die keinen dritten Platz.
Urlauberin: (beobachtet das imaginäre Schwein) Jetzt springt es sogar über einen Baumstamm
Kofler: Ja, aber im Hochsprung hat sie leider nachgelassen. Hoffentlich setzt sie kein Fett an. Ich muß Werner fragen, ob er ihr regelmäßig Zehrjoghurt gibt. Aber ich hoffe da sehr auf den Hürdenlauf.
Urlauberin: Hürdenlauf! Ist das nicht zu anstrengend für ein Schwein?
Kofler: Kein bisschen. Emma ist ja durchtrainiert. Passen sie auf, jetzt kommt der Liegestütz. (Man hört wiederholtes Schweinequieken vom Band oder imitiert)
Urlauberin: Liegestütz! Unfassbar! So etwas habe ich noch nie gesehen!
Kofler: So muß es aber sein. Sonst müssten wir einen Masseur kommen lassen. Der Huber Bauer hat andauernd einen im hause. (Schweinequieken entfernt sich)
Urlauberin: Ah ... jetzt gehts es ab in den Stall.
Kofler: Nein, auf die Waage.
Urlauberin: Na, bei den Anstrengungen können sie von dem Schwein nicht verlangen, dass es schwerer wird.
Kofler: Wieso schwerer? Letzte Woche hat es wieder drei Kilo abgenommen ... !
Ende