Die weise Ursa und die Leute von Freund Hobe

Die Geschichte:

Vor langer Zeit lebten auf einem Planeten, der mindestens 1000 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, die fröhlichen Leute des Kuchenplaneten.
Sie waren eigentlich den ganzen Tag damit beschäftigt, wunderbare Kuchen zu backen und am Abend bei einem großen Kuchenfest gemeinsam am Dorfplatz zu essen. Bis auf das letzte Krümel wurden dabei immer alle Kuchen aufgegessen, denn .. nirgendwo sonst im ganzen Weltall gab es so ausgezeicnete Kuchen, wie auf dem Planeten wo die fröhlichen Leute zuhause waren.

Der Planet selbst hatte ja auch den Namen Kuchenplanet, nicht nur weil er selber so aussah wie eine große, runde, saftige Obsttorte, sondern auch deshalb, weil auf ihm die Kuchenstauden wuchsen. Auf diesen Stauden wuchsen die ganzen Zutaten für die Kuchen. Da waren Früchte drauf, die beim Aufbrechen Mehl verstaubten. Andere wieder hatten Butterschoten drauf oder aber auch Dotterkirschen hingen in Trauben von den Ästen.

Nun bewegte sich aber der Kuchenplanet eines Tages näher zur Sonne hin, weil seine Umlaufbahn gerade eben alle 12 Millionen Jahre hier näher an die Sonne kommt. Als es wieder einmal soweit war, kam das, was dann immer passiert. Die Kuchenstauden wuchsen noch viel besser. Die fröhlichen Leute vom Kuchenplaneten wußten dann oft gar nicht mehr, wie viele Kuchen sie noch backen sollten. Da kam ihnen bei einem abendlichen Kuchenfest eine wunderbare Idee. Sie sagten:

"Warscheinlich leben dort draußen im Weltraum irgendwo auch noch so fröhliche Leute. Vielleicht wissen die aber nichts von uns und von dem, was wir hier so machen. Eigentlich ist das schade! Wir wollen etwas von uns in den Weltraum werfen und vielleicht findet es irgendwer einmal und nimmt dann mit uns Kontakt auf, fliegt zu uns her und dann könnten wir gemeinsam Kuchen essen."

Die fröhlichen Leute vom Kuchenplaneten setzten ihre Idee in die Tat um.
Nach tausend Jahren unwarscheinlich schnellem Flug landete vor vielen Jahren eine Schatzkiste der fröhlichen Leute vom Kuchenlaneten auf der Erde. Beim Aufprall der Schatzkiste wurde aber eine Grußbotschaft in hunderte Puzzleteile zersprengt. Aber nur wenn diese Botschaft wieder vollständig zusammengestellt ist, können wir den Schatz finden.

Hier auf der Erde wissen nur noch ich, die weise Ursa und mein Freund Hobe mit seinen Leuten davon, daß es diesen Schatz gibt. Aber weil wir schon so alt sind und dadurch nicht mehr sehr gut herumgehen können, wollen wir heute Nacht mit euch auf Schatzsuche gehen. Ich werde hier auf dieser Lichtung sitzen bleiben und beim Zusammenbau der einzelnen Schatzpuzzleteile helfen. Mein Freund Hobe ist mit seinen Leuten schon im Wald unterwegs. Sie werden Euch alle gerne helfen, wenn ihr nicht mehr weiterwisst.

Eines möchte ich Euch aber noch sagen. Ich habe euch gerade heute abend zur Schatzsuche eingeladen, weil bei einer bestimmten Mondstellung, so wie sie heute ist, die einzelnen Teile zu klingen beginnen. Wenn wir nun alle ganz still sind, können wir die Töne der Teile hören und sodann die Teile leichter finden.

Vorbereitung:

Eine Gruppe hat dieses Spiel für euch schon ausprobiert, sie ist folgendermaßen vorgegangen:

Zu mittag...

...sagten wir den Kindern, daß wir eine Einladung von einer weisen alten Frau, der Ursa, aus dem Wald erhalten haben. Heute abend, so gegen 22.00 Uhr, sollten wir alle zu ihr kommen.

Am Nachmittag...

...gestaltete die Hälfte der Gruppenleiter den Geländeplatz, indem große Äste weggeräumt wurden (damit keiner sich verletzen könnte), der gesamte Platz (ca. 50 x 50 m) mit einem Baustellenband abgesteckt wurde (damit sich kein Kind verlaufen könne).
Ebenso wurden Taschenlampen (wer es romantischer möchte kann auch Sturmlaternen verwenden, aber dann bitte die Feuerlöscher nicht vergessen) rund um Ursa's Lichtung an den Bäumen befestigt. Die 268 Puzzleteile aus Karton, welche den Deckel der Schatzkiste darstellten, wurden mit Orrfinstrumenten (Triangel, Xylophon, Metallophon, ...) an verschiedenen Plätzen des eingezäunten Areals postiert. Die Puzzlefassung kam auf Ursa's Platz und die Gruppenleiter teilten sich jeweils einem Puzzleplatz zu. Pro Gruppenleiter waren somit ca. gleichviele Teile und ein Instrument verteilt.

Gegen 20:30 Uhr...

...brachen die Gruppenleiter auf und gingen zur Waldlichtung. Sie bezogen ihre "Posten". Ursa, eine Gruppenleiterin mit langen, schwarzen Haaren und einem weißen langen Kleid, setzte sich auf ihren Platz. Die Lampen wurden angezündet und dann wurde gewartet.

Gegen 21:15 Uhr...

...brachen nun die Kinder und die restliche Hälfte der Gruppenleiter (das waren ja nun Freund Hobe und seine Leute) gen Waldlichtung auf und kamen um 21:30 Uhr am Waldrand an. Hier stoppten sie. Hobe sagte nun, dass die Kinder ihre Taschenlampen abdrehen und still werden sollen, da ja im Wald der Mond genung Licht gäbe und die Rehe etc. nicht erschreckt werden sollten. Zu unser aller Überraschung gingen alle enorm still in den Wald.

Bei Ursa angekommen wurden die Kinder von ihr begrüßt und sie erzählte die Geschichte vom Schatz.

Beim letzten Satzteil: "... nun alle ganz still, können wir diese Töne der Teile... " begannen die im Wald sitzenden Gruppenleiter mit ihren Instrumenten zu spielen. Ein Gruppenleiter saß nur 4m von Ursa entfernt hinter einem Busch und konnte dadurch die Geschichte mithören. Sein Spielbeginn war das Zeichen für die anderen Gruppenleiter, ebenfalls mit den Instrumenten zu beginnen. Alsbald standen die Kinder auf um die Puzzleteile zu suchen.

Sehr schnell waren alle Teile bei Ursa. Das Zusammenbauen des Puzzles war jedoch eine langwierige Sache. Als es endlich geschafft war, zeigte das Puzzle ein Kreuzworträtsel, dessen Lösung war: "Im Backrohr im Zellhof" (Zellhof hieß unser JS-Lager-Haus). Wir brachen nun gemeinsam zum Nachhauseweg auf.

Als wir dann beim Haus eintrafen, standen auf den Tischen Saftbecher und die Köchinnen hatten vollgefüllte Tabletts mit Marillenkuchen für uns vorbereitet. Es war ein tolles Mitternachtskucheneßfest - fast so wie auf dem Kuchenplaneten.

Der Teil der Gruppenleiter, die die Ursa und die Instrumente bei den Puzzleteilen spielten, begann nach dem Weggehen der Kinder aus dem Wald sofort alles abzubauen, sodaß eine halbe Stunde nachher nichts mehr im Wald zu sehen war.

Luggi P. Frauenberger

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