Faschinggspiele aus dem Brauchtum

Im Fasching und in der Fastenzeit hat man viele Frühlingsspiele, auch Eierspiele gespielt, die meist das ganze Dorf zusammenbrachten

Den Fuchs ins Loch treiben

Die Spieler stellen sich mit gespreitzten Beinen dicht hintereinander, so daß zwischen ihren Beinen eine möglichst lange Gasse entsteht. Ein vorher ausgeloster Spieler ist Fuchs und ein zweiter Jäger. Der Jäger ist mit einer grünen Rute oder einen Holzscheit bewaffnet, jagt den Fuchs und muß ihn ins Loch treiben. Gelingt es ihm, den Fuchs vorher noch mit der Rute oder dem Scheit zu treffen, so muß er das Holzscheit schnell wegwerfen und davonlaufen. Denn jetzt ist aus dem Jäger der Gejagte geworden: der Fuchs krabbelt so rasch wie möglich durch die Gasse, um sich vorne aufzustellen. Der allerletzte aus der Reihe löst sich jedoch ab, muß zuerst den Holzscheit oder die Rute holen und dann auf die Jagd nach dem ehemaligen Jäger gehen. Hat dieser schon durch die Gasse nach vorn krabbeln können, weil der Scheit so weit geworfen wurde, ist wiederum der letzte Fuchs. Das kann man so lange spielen, wie man will, es gehörte zu den Bewegungspielen, die die Kinder nach einem langen Winter brauchten.

Eierwerfen

Das Eierwerfen wurde an jedem Sonntag in der Fastenzeit gespielt: ein Ei wurde in eine Hutdelle gelegt und mit der Hand so weit wie möglich verdeckt. Der Gegner mußte von einer bestimmten Entfernung aus eine Münze werfen. Traf er damit das Ei, so war es seins. Traf er es nicht, gehörte die Münze dem Eierbesitzer

Pickeln

Das Pickeln konnte nur dann gespielt werden, wenn der Boden schon weich, also getaut war. Es wurden zwei Parteien gebildet. Jeder Teilnehmer hatte einen langen, schlanken Stock, der vorne wie ein Speer zugespitzt war. Der erste Spieler schleuderte den pickel so weit wie möglich in die Wiese, und sein Partner mußte versuchen, seinen Speer so neben den ersten zu setzen, dass dieser zumindest durch den Anprall herausgetrieben wurde. Lag der Pickel auf der Erde, so mußte der Gegnerwurf ihn treffen oder festnageln.

Heimgarten

Der Heimgarten ist eine spezielle Gesellschaftsform der Alpenlegenden. Heimgartengehen begann in der Fastenzeit und zwar meist an den nachmittagen oder abenden der Fastensonntage. Das Dorf oder die nachbarschaft traf sich jedesmal bei einem anderen Bauern, wobei sie mit Kaffee und Schmalzgebackenem bewirtet wurden. Die jungen Leute veranstalteten bestimmte Spiele, die älteren Leute haben gestrickt und gesponnen. Die Geselligkeiten dauerten oft bis zum frühen Morgen, und wenn nicht gestrickt und gespielt wurde, erzählte man sich Geschichten.

Schinkenschlagen

Schinkenschlagen: Ein Spiele wird ausgewählt, meist ein Junge. Er muß seinen Kopf in den Schoß eines zweiten Spielers, meist ein Mäfchen, legen. Nun gehen die übrigen an ihm vorbei und geben ihm einen Klaps oder einen Schlag auf den Hintern. Er muß raten, von wem er den Schlag erhalten hat. Rät er richtig, so wird er vom Erratenen abgelöst.

Pantoffelverstecken

Pantoffelverstecken verläuft wie "Ringlein Ringlein, du mußt wandern": alle Mitspieler setzen sich dicht nebeneinander in einem Kreis auf den Fußboden, und einer wird durch das Los bestimmt, der den Pantoffel jagen muß. Der Pantoffel wandert nun unter den aufgestellten Knien so lange im Kreise hin und her, bis der Jäger ihn entdeckt hat. Dann ist derjenige der Pantoffeljäger, bei dem der Pantoffel erwischt worden ist.

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