Raus vom Gruppenraum - rein in die Welt!

Um den kontinuierlichen klassischen Gruppenalltag etwas aufzulockern sind, wie ihr warscheinlich selber schon die Erfahrung gemacht habt, konkrete Aktionen und Unternehmungen immer toll und kommen bei den Kindern gut an.
Wir haben und ein bissl umgehört, was die verschiedenen Gruppen so machen und haben einige interessante Beispiele zusammengetragen. Vielleicht bekommt ihr auch Lust, mit eurer Gruppe mal was besonderes zu unternehmen. Schaut euch um, was es in eurer näheren oder weiteren Umgebung für Möglichkeiten gibt, nach dem Motto: Raus vom Gruppenraum, rein in die Welt.

Vom Kirchturm aus die Welt betrachten

Ein interessanter Ausflug kann es sein, einmal den Dorfkirchturm zu erklimmen und sich von einer kompetenten Person die glocken, den Glockenstuhl und andere tolle Dinge erklären zu lassen. Vielleicht genießt ihr auch einfach mal gemeinsam den tollen Ausblick und versucht euer Dorf zu erkunden. Wer wohnt wo, wo ist die Schule...?
Schön ist es auch, gemeinsam ein Lied vom Kirchturm in die Welt hinaus zu singen! Versucht das mal, es ist ein besonderes Erlebnis - besonders schön in der Nacht, wenn alles ruhig ist....

Erkundung des Klosterlebens

Wenn ihr glück habt, ein Kloster in eurer Pfarrei oder in der Nachbarschaft zu haben, nutzt das doch aus, um endlich mal Konkretes darüber zu erfahren, was sich hinter den Klostermauern so abspielt! Das Grieser Benediktinerkloster hat den Jungschargruppen der Pfarrei eine Woche lang die Möglichkeit geboten, das Kloster zu besuchen. "Des wor bärig zu sechn, wia viele Zimmer und Räume es in dem haus gib! Und des lei für de winigen Pater, de no im Haus sein?!" Die Kinder erfuhren auch, wer für was zuständig ist im Kloster, welche Aufgaben z.B. der Abt hat, welche der Pförtner..., wofür die vielen Räume da sind, was die "Klausur" bedeutet... Vielleicht dürft ihr auch bei einem Chorgebet dabei sein? Nach diesem Besuch war die Beziehung der grieser Kinder zum Kloster und zu den Padres, denen sie ja eigentlich täglich in Gries begegnen, eine ganz andere als vorher!

Friedhofsbesuch

Auch eine Aktion der Grieser Jungschar ist es jedes Jahr in der zeit vor Allerheiligen (könnte im grunde aber auch sonst mal sein), den Bozner Friedhof zu besuchen. In den Wochen vorher wird ein kleines Zeichen gebastelt (Glaslaterne, Kreuzl mit Körnern oder Streichhölzern...), das die Kinder dann bei ihrem gemeinsamen Besuch auf dem Friedhof auf verlassene Gräber oder auch auf das Grab eines Verwandten oder Bekannten legen. Besonders in den großen Stadtfriedhöfen fehlt oft die persönliche Note, die die Kinder so wieder ein bißchen mitbringen! Für alle ist es jedes Jahr ein schönes Erlebnis. Nicht nur das Schmücken der Gräber, sondern auch einfach nur das Erleben der Atmosphäre auf dem Friedhof, das Betrachten der vielen Blumen, Kreuze, Bilder, Kerzen...

Der Musikkapelle auf die Hand geschaut

Auch eine Musikkapelle findet man fast überall. Ein Besuch im Proberaum kann da schon mal zu einem tollen Erlebnis werden. Einmal alle Instrumente vorgestellt bekommen und vielleicht auch das eine oder andere selbst ausprobieren.
Traraaaaaaaaaaa, DUMPFG, Tschisschhhhhhhhhhh, "Ich des toll! Hosch des schun amol gsegn?" oder "Na, des isch zu schwar, des konn i nit!"
Dieses Erlebnis machte auch die Junsgchar Völs bei einem Besuch bei der Musikkapelle. Zur Begrüßung haben ihnen schon ein paar Musikanten aufgespielt. Und nachedem sich alle samt Instrument vorgestellt hatten, durften die Kinder alle Instrumente ausprobieren: trompete, Klarinette, Horn, Bass, Trommeln, Querflöte, ...
Am tollsten waren die Schlaginstrumente. Bei den Blasinstrumenten war es oft schwer, überhaupt einen Ton herauszubekommen. Am Ende kann man noch ein kleines "Abschlusskonzertchen" veranstalten.

WICHTIG: Ein solcher Besuch kann nur gelingen, wenn man früh genug einen Termin mit dem Obmann oder dem Kapellmeister vereinbart.

Die Jugendstelle - auch was für die Kinder?

Warum denn nicht? - haben sich (wieder mal) die Frieser gedacht und sind mit den Kindern - nach ausdrücklicher Vorwarnung an Rose - eines Nachmittags in die Jugendstelle gekommen, um den Kindern mal die "Schaltzentrale" der Jungschar zu zeigen. Die Kinder hatten logisch viele Fragen, steckten ihre Nasen überall rein, schauten sich Fotos vom letzten Kinderfest an, wo sich der eine und die andere wieder erkannte und sind am Schluss mit vielen tollen Sachen aus dem Jungscharshop nach Hause gekommen... Sie waren ganz begeistert von den Spielen un T-Shirts, Pickerlen...

Blinde Menschen sind anders...?!

"Schaug amol, wia de Frau a Freid hot mit insern Glockele. Sie hebs gonz gleim ban Ohr zui und strohlt lei a sou...!" "Du, wia tuat denn a Blinder beim Telefonieren, der siecht jo de Nummern nit?" Der Besuch der Kinder im Blindenzentrum, jedes Jahr in der Weihnachtszeit, ist für beide Seiten immer ein schönes Erlebnis! Gemeinsam mit ihren GruppenleiterInnen überlegen sich die Kinder jedesmal, was sie den Blinden als kleine Weihnachtsfreude mitbringen könnten. Und da bedarf es wirklich einiger Überlegung, da nicht alles, was unsSehende beeindruckt auch für Blinde schön ist! Da muß man umdenken und die anderen Sinne einmal mehr zum Zug kommen lassen: es sollte etwas zum Greifen, Riechen, Schmecken oder Hören sein; so waren es einmal Tonglockelen, ein anderes mal Sterne aus Bienenwachs und Nelken oder selbstgebackene Lebkuchen! Schon die Vorüberlegungen und die Vorbereitung zu diesem Besuch sind für Kinder spannend und lehrreich zugleich, der Besuch selber dann einfach ein schönes Erlebnis. Die Kinder singen Advents - und Weihnachtslieder und teilen den Blinden dann ihre Mitbringsel aus. Gemeinsam wird dann noch bei Tee und Keksen getratscht und gelacht!

Bei den "Weißen"

In fast jedem ort gibt es eine filiale des Weißen Kreuzes und viele Junge Leute, ich kenn da auch eine Menge Jungscharleiter, arbeiten dort als freiwillige Helfer mit. Warum nicht mal die Beziehungen ausnutzen und mit der Jungschargruppe hinter die Kulissen dieses Rettungsdienstes zu schauen? "Wos gibts denn do für Geräte im Rettungswogn? Zu wos ischn der Knopf do? Wia moch man Wiederbelebung? Derfn mir amol die Sirene giahn lossn?" Diese und viele andere fragen werden die Kinder haben. Neben einem tollen Erlebnis können die Kinder dabei auch viel lernen. Erstens kann eine eventuelle Angst vor dem Rettungswagen und den ganzen geräten genommen werden und außerdem könnt ihr ja einen Mini-Erste-Hilfe-Kurs einbauen, wo ihr alle die wichtigsten Maßnahmen für den Notfall lernt. Das schadet euch und den Kids nicht!

Uschi und Maria

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