Indien - weites Land, fremdes Land?

Ideen für eine Gruppenstunde zu unserem heurigen Projektland

Vorüberlegungen

Millionenstadt Bombay, Staatssprache Hindi, 94 Krankenhausbetten für je 100.000 Einwohner, Informationstechnologie, Teppichmanufakturen, mittlere Analphabetenrate von 47,8% - blitzlichter des Millionenstaates Indiens, in dem sich das Vorstellprojekt für die Dreikönigsaktion 2002 befindet.
Wie leben die menschen in Indien, wie schaut ihr Alltag aus, mit welchen Problemen werden si konfrontiert?.

Die vorliegende Gruppenstunde möchte euch einfach einen kleinen Einblick in ein großes Land mit unzähligen Facetten geben, wobei verschiedene Themenbereiche angeschnitten werden, die ihr dann nach eurem Gefühl auch weiter vertiefen könnt.

Bettuch oder Sari?

Material:

  • alte Leintücher
  • Schere
  • Nadel und Faden
  • ev. Batikfarben
  • Kassettenrecorder mit indischer Musik

Aus einem alten Bettuch, das du zerschneiden darfst, kannst du eine Saribahn herstellen, zur Einstimmung könnt ihr auch indische Musik im Hintergrund spielen.

  1. Das Bettuch muß einmal der Länge nach gefaltet werden, wobei dies zu zweit ganz einfach geht.
  2. Legt nun das gefaltete Bettuch auf den Boden, das nun in der Längsrichtung zerschnitten wird. So entstehen aus einem Bettuch zwei gleich lange Streifen.
  3. Beide Stoffbahnen werden nun an einer kurzen Seite aneinandergenäht, wobei ihr das zerschnittene Bettuch am besten auf dem Boden liegen lässt. Mit Stecknadeln heftest du an einer Seite die Stoffstücke aneinander, mit Nadel und Faden kannst du nun die Naht vorsichtig schließen.
  4. Nun ist euer Sari fertig, ihr müßt ihn nur noch um eure Taille wickeln. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr zur indischen Musik auch einige Tanzbewegungen mit euren Saris ausprobieren (bei indischem Tanz werden immer einzelne Körperteile unabhängig voneinander bewegt, also z.B. eure Hände, eure Füße oder auch euer Kopf).

Tipp:
Indische Saris erstrahlen meist in den buntesten Farben, oft werden auch Muster eingewebt. Auch ihr könnt eure Stoffröcke mit Batikfarben bunt einfärben.

Übrigens tragen in Südindien auch viele Männer Röcke, die auch aus einer handgewebten Stoffbahn und um die Taille gebunden werden.

So wickelt man einen Sari

Geht man in Indien durch die Straßen, so muß man immer wieder die schönen, bunten Saris der Frauen bewundern. Es gibt Saris in vielen verschiedenen Farben und Mustern. Inder sagen oft voller Stolz: "In Indien gibt es keine zwei gleichen Saris." Denn die Saribahnen werden oft handgewebt. Sie geraten deshalb immer etwas anders.

  1. Linkes Ende der Stoffbahn im Unterrock/Slip befestigen (eventuell mit Sicheheitsnadeln!); Stoff einmal um den Körper herumführen;
  2. ihn vorne in der Taille in 6-9 gleichbreite Falten legen;
Sari
Sari
  1. die Faltenreihe mit einer Sicherheitsnadel befestigen;
  2. Stoffbahn wieder um den Körper herumführen;
Sari
Sari
  1. Stoff strammziehen; restlichen Stoff über die Schulter legen, dabei auch ordentliche Falten achten;
  2. eventuell den Stoff auf der Schulter mit einer Brosche an der Bluse befestigen
Sari

Chandani in der Teppichfabrik - Alltag in Indien

Indien ist - nicht allein wegen seiner Größe - der Staat mit den meisten arbeitenden Kindern, wobei die Mädchen meist früher anfangen zu arbeiten un dabei auch schlechter bezahlt werden. Somit wird der Alltag vieler Kinder schon früh durch Arbeit in der Landwirtschaft, in Teppichmanufakturen oder bei der Streichholz- und Feuerwerksherstellung bestimmt, eine angemessene Schulbildung ist für viele Kinder nicht möglich. Wie schaut im Gegensatz dazu der Alltag für ein Kind in Südtirol aus, welche Arbeiten muß es wohl verrichten?

Material:

  • Plakate
  • Stifte und Farben
  • alte zeitungen und ezitschriften
  • eventuell auch Unterlagen zum thema Kinderarbeit
  • Atlas

Nehmt ein großes Plakat, auf dem ihr in die Mitte den namen unseres indischen Mädchens "Chandani" schreibt, auf ein zweites Plakat könnt ihr einen Namen aus eurer Jungschargruppe schreiben. Ihr könnt jetzt beide Plakate mit euren Zeichnungen, Igeen, Gedanken füllen, wobei es um den Unterschied im Leben der beiden Kinder geht. Folgende Impulse können euch weiterhelfen:

  • Wo liegt Indien, wo liegt Südtirol (ihr könnt den Atlas zu Hilfe nehmen und auch die Größe der beiden Länder vergleichen)
  • Welche Arbeiten werden die beiden Kinder wohl jeden Tag verrichten müssen?
  • Gibt es Taschengeld, oder einen Lohn?
  • Können beide Kinder jeden Tag eine Schule besuchen?
  • Gibt es eine Freizeit und wie wird diese wohl ausschauen?
  • Es gibt sicher noch viele weitere Punkte, die euch dazu einfallen!

Knödelcurry?

Jedes Land hat nicht nur seine eigene Kultur, religion und Sprache, sondern vor allem auch seine typische Küche. Die Vielfältigkeit der indischen Landschaft spiegelt sich auch in Ess- und Kochgewohnheiten wieder, die Bengalen kennen zum Beispiel über 2.000 Fischrezepte. Ein weiteres Kennzeichen der indischen Küche sind die vielen Gewürze, vor allem Curry, wobei dies kein eigenes Gewürz ist, sondern einfach eine Gewürzmischung aus vielen verschiedenen Gewürzen.

In Indien sind sehr viele Menschen Vegetarier, d.h. sie essen kein Fleisch, entweder weil sie es eklig finden oder weil es ihnen auch ihre Kaste verbietet. Außerdem essen in Indien die Leute mit den Fingern der rechten Hand (die linke Hand gilt als unrein), wir essen meist mit Messer und Gabel.

Um euch ein wenig den Geschmack Indiens näherzubringen, gibt es zwei einfache Rezepte, die ihr auf jeden Fall ausprobieren solltet!

Lassi

Überall in Indien kennt man Lassi, das aus Joghurt, Wasser und Zucker hergestellt wird und im Sommer am besten eisgekühlt genossen wird.

Zutaten: einen kleinen Becher Naturjoghurt, zucker, einen Rührbesen oder elektrischen Mixer, einen Rührbecher.
So gehts: Naturjoghurt in den Rührbecher geben, 2 Becher Wasser und 2-3 Esslöffel Zucker hinzufügen, dann alles gut verrühren und es sich schmecken lassen!
Ihr könnt auch eine Brise Zimt hinzugeben oder das Lassi mit 5-6 reifen Erdbeeren abschmecken!

Kotu (Gemüseeintopf)

Zutaten: verschiedenes Gemüse je nach Angebot des Gartens und der Saison (z.B. Erbsen, Kartoffeln, Sellerie, pro Esser rechnet man mit ca. 250g Gemüse), etwas Butter, Zwiebel, Suppe zum Aufgießen, Kokosraspeln und Curry.
So gehts: die Butter in einem Topf schmelzen, Zwiebel leicht anbräunen lassen, dann das kleingeschnittene Gemüse zugeben. Nun mit der Suppe sparsam ablöschen und das gemüse garen lassen, es sollte aber nicht zu weich sein. Zum Schluss die Kokosraspeln mitkochen und mit Salz und Curry abschmecken. Guten Appetit!

Monica

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