Jungschar Untermais

Klaue keine Luftballons

Leseprobe freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Impuls-Theater-Verlag
Personen (4): Schnapper (Räuber)
Sackauf (Räuber)
Fridolin (Räuber)
Polizist
Beschreibung: Die drei berüchtigten Räuber benützen die Faschingszeit und verkleiden sich: Fridolin maskiert sich als Polizist, Schnapper geht als Anstreicher und Sackauf schaut aus wie ein Räuberhauptmann aus dem Bilderbuch mit großem Bart und riesiger Holzpistole. Schnapper und Sackauf brauchen eine Staffelei, einen großen alten Bettbezug, einen leeren Farbeimer und einen Malerpinsel. Fridolin benötigt mehrere Luftpumpen. Der Polizist ist mit einem Fahrrad ausgerüstet, an dem eine Luftpumpe angebracht ist.
Die Bühne erfordert keine Ausstattung.
Dauer:ca. 15 Minuten
Polizist: (kommt von rechts, das Fahrrad schiebend, auf die Bühne)
Nur Ärger hat man mit dem Fasching! Die Kinder stellen lauter Streiche an, die Erwachsenen trinken zuviel, und die Diebe mischen sich unter das Volk und stehlen, was die Taschen hergeben. - Und noch dazu ist der Fridolin wieder in der Stadt, der schlimmste Räuber aller Zeiten, und auch der Schnapper und der Sackauf sollen sich herumtreiben. Aber wie soll ich sie finden, wenn alle Leute maskiert sind? Ja, es ist schon schwer, ein Polizist zu sein!
(nach links ab)
Fridolin: (schleicht von links auf die Bühne)
Das ganze Jahr müßte Faching sein, da könnte unsereiner fischen wie der Kater in der dicken Suppe!
(macht eine entsprechende Handbewegung)
Und niemand erkennt mich! Sehe ich nicht aus wie ein waschechter Polizeioberwachmeister?
(reibt sich die Hände)
So ein Fasching - da ist jeder Tag ein Feiertag für mich!
(nach rechts ab)
(Schnapper und Sackauf kommen von rechts; Schnapper trägt einen Malereimer und einen Malerpinsel)
Schnapper: Da drüben, da wohnt er, der Fridolin, da habe ich genau ausspekuliert.
Sackauf: Und du meinst, er ist nicht zu Hause?
Schnapper: Jetzt, im Fasching? Der macht's genau wie wir, der ist längst losgezogen und findet, was andere Leute noch gar nicht verloren haben.
Sackauf: Dann packen wir's an! Alles was er uns geklaut hat, muß er wieder herausrücken, der Fridolin. Die ganzen schönen Luftballons hat er uns geklaut!
Schnapper: Und gleich, nachdem wir sie selber eingesammelt haben.
(Macht eine entsprechende Hanbewegung) - Aber am hellichten Tag? Beim Fenster einsteigen? Die Polizei ist wachsam!
Sackauf: Soll sie doch! Bist du nicht ein Maler? Wer will einen Maler verhaften, einen ehrbaren Malermeister!
Schnapper: Und du ein Räuber! Ein Räuber geht als Räuber!
Sackauf: Zum Totlachen ist das, hahaha!
Schnapper: "Herr Oberwachtmeister", wirst du sagen, wenn dich die Polizei erwischt, "bitte verhaften sie mich, ich glaube, ich bin ein Räuber!"
Sackauf: "Trink nicht so viel", wird er schimpfen, "und belästige die Polizei nicht!"
Schnapper: "Helfen sie lieber dem Herrn Malermeister bei der Arbeit", wird er sagen, hahaha, "helfen sie ihm, dann zun sie ein gutes Werk!" Hahaha!
Sackauf: Aber los jetzt, keine Zeit mehr verlieren. Wir brauchen eine Leiter.
Schnapper: Und einen großen Sack.
Sackauf: Komm mit, gleich sind wir wieder da!
(beide rechts ab)
(von links naht der Polizist, er schiebt das Fahrrad und schaut sich ständig um; von rechts kommt Fridolin, ebenfalls rückwärtsgehend und schauend. Die beiden stoßen in der Mitte der Bühne zusammen, das Fahrrad fällt zu Boden, Fridolin stolpert und stürzt.)
Polizist: (zuerst erschrocken)
Was wollen sie mit meinem Fahrrad? Geben sie ...
(Hält inne)
Fridolin: (Hält am Boden sitzend die Arme hoch)
Ich habe doch... ich wollte doch... ich bin nämlich gar nicht...
Polizist: (fasst ihn bei den Händen und hilft ihm nach oben)
Ach entschuldigen sie bitte, Herr Kollege!
Fridolin: (Kommt hoch, lässt dabei die Hände immer noch oben)
Entschuldigens' bitte auch, Herr... Herr... Dings... Herr Kollege!
Polizist: Haben sie sich wehgetan an den Armen?
Fridolin: Ach so, jaaaaa! Sehen sie!
(Er nimmt mit der rechten Hand den linken Arm mühsam runter)
ich - auau! - ich glaube, daß ich meine - auau! daß ich ihn mir siebenfach verrenkt und gebrochen habe!
(lässt den linken Arm wieder steif hochschnellen)
Bis da herunter tut er weh!
(Deutet an die Hüfte)
Polizist: Das ist ja entsetzlich schlimm, gehen sie nur gleich mit mir aufs Revier, Herr Kollege, damit ich es als Dienstunfall melden kann.
Fridolin: Nein, gewiss nicht, auf gar keinen Fall!!!
(Zerrt den Arm wieder herunter und schwingt ihn hin und her)
Schauen sie, jetzt ist er wieder ganz richtig eingehängt, sogar besser wie zuvor.
Polizist: Dann bin ich ja froh!
(Geht nach vorne links an die Rampe; zum Publikum)
Beinahe hätte ich gemeint, das wäre ein verkleideter Räuber, aber er hat ja Kollege zu mir gesagt, also ist er ein Polizeibeamter.
Fridolin: (geht nach rechts vorn an die rampe; zum Publikum)
Ich habe schon gedacht, daß der da (deutet auf den Polizisten) ein echter Polizist ist. Aber er ist gewiss auch ein Gauner wie ich, eil er "Herr Kollege" zu mir gesagt hat.
Polizist: Dann also nichts für ungut, Herr Kollege, und auf Wiedersehen. Sie wissen ja, es gibt viel zu tun. (Nimmt das Fahrrad auf)
Fridolin: (hilft ihm)
Es ist furchtbar, wo doch heute die Räuber sogar in Uniform herumlaufen, hahaha!
Polizist: Sie haben recht, nicht einmal auf die Uniform ist Verlass.
(Nach rechts ab)
Fridolin: (spöttisch)
Auf Wiedersehen, Herr Kollege, hahaha! - (Laut) Und jetzt ans Werk! (Leise zum Publikum) Hohohoho! ich habe nämlich dem dummen Schnapper und dem Sackauf die ganzen Luftballons gestohlen, die sie sich geklaut haben. Die wollten sie doch teuer an die Kinder verkaufen, aber das mache ich nun selbst, und ich werde dabei Geld scheffeln wie Heu. Ich werde mich als Ballonweiblein verkleiden, dick und rund und mit einer Rüschenhaube. "Kauft schöne Luftballons, Kinder!" werde ich rufen
(nach links abgehend)
"kauft schöne Luftballons, rote, blaue, gelbe!"
(Schnapper und Sackauf kommen von rechts, sie haben neben Eimer und Pinsel auch noch eine Staffelei und einen großen Sack.)
Sackauf: (zu Schnapper, der immer wieder mit dem Blecheimer gegen die Leiter schlägt)
Psssst!!! Doch nicht so laut!
Schnapper: (wirft den Eimer hin und schreit)
Was ist los?
Sackauf: Du sollst leise sein! Da kann uns ja jeder sehen!
Schnapper: Hören, hören, meinst du!
Sackauf: Sehen oder hören, bei diesem Krach!
Schnapper: Den Krach kann man nicht sehen.
Sackauf: (will den Eimer aufheben, stößt mit dem Fuß dagegen, daß es laut scheppert)
Au!
Schnapper: Jetzt hast du einen Krach gemacht, das habe ich selbst gesehen.
Sackauf: (ungeduldig)
Weil du dich immer so deppert anstellst. - Jetzt hilf mir die Leiter aufstellen!
(Sie stelle ndie Leiter auf und sind dabei so ungeschickt, daß sie noch einmal umfällt.)
Schnapper: (brüllt und hüpft auf einem Fuß)
Au, meine Zehen, alle meine Zehen sind zerquetscht, zu lauter Apfelmus.
Sackauf: Geh, du hast ja die Zehen gar nicht druntergehabt.
Schnapper: (hüpft gleich weniger)
Aber beinahe, beinahe hätte ich sie daruntergehabt.
(Die beiden stellen die Staffelei so an der rechten Bühnenseite auf, daß man von der Bühne her hinaufsteigen kann, beim Absteigen an der anderen Seite aber aus der bühne abgeht.)
Sackauf: (steigt auf die Staffelei)
Also, du paßt auf! und wenn jemand kommt, dann pfeifst du, verstanden?(ab)
Schnapper: (ruft nach)
Halt! Warte! Was ist? Wenn jemand pfeift, dann soll ich kommen? - Oder. Wenn jemand kommt, dann soll ich pfeifen?
(Probiert das Pfeifen, kann es nicht.)
Aber ich kann ja gar nicht pfeifen.
(Probiert es immer wieder)
Sackauf: (kommt mit zwei aufgeblasenen Luftballons, steigt die Leiter hoch, auf der anderen Seite mühsam herab)
Sack auf!
Schnapper: Ja, grüß dich, Sackauf! Siehst du mich, deinen Freund Schnapper?
Sackauf: (böse)
Du bist ein Ochse! Sack aufmachen! Habe ich gesagt, - Da sind die ersten zwei Ballons.
Schnapper: (hält nun den Sack auf)
Das ist dumm, ganz dumm ist das.
Sackauf: Warum ist das dumm?

Leseprobe freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Impuls-Theater-Verlag
Zuletzt geändert: 26.01.2011
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