Jungschar Untermais

Besiegte Bürokratie

oder unerhörtes auf der Behörde

Personen: (8)Wichtig, Sachbearbeiter in einem Stadtbauamt
Gerlinde, einfache Büroangestellte
Installateur
Leopold, sein Lehrbub
Bankdirektor
Martina
Miriam
Markus (drei Kinder oder Jugendliche)
Spielalter:Kinder ab 10,12 Jahren - auch gemeinsam mit Jugendlichen und Erwachsenen.
Dauer:ca. 20 Minuten
Material:Amtsraum mit zwei Schreibtischen. Auf Wichtigs Schreibtisch befinden sich ein Stapel Akten, ein Behälter mit Schreibutensilien, ein Karteikasten und ein Telefon. Seine Mappe mit der Zeitung steht auf dem Boden.
Auf Gerlindes Schreibtisch sind eine elektronische Schreibmaschine, einige Akten und eine Schachtel Plätzchen. Ein Aktenregal voller Ordner und ein Waschbecken (eventuell verdeckt) vervollständigen die Einrichtung.
Szene:Wichtig sind eine deutliche Gestik und eine treffende Aussprache. Herr Wichtig spricht gestelztes amtsdeutsch, Frl. Gerlinde und die Jugendlichen sprechen Umgangssprache, der Installateur und sein Lehrbub Dialekt, der Bankdirektor spricht Hochdeutsch.
Wichtig:(am Fenster) Es ist zum Aus-der-Haut-fahren. Ewig dieses Sauwetter. Jetzt gießt es schon wieder. Und eine Kälte hat es, daß man sich überhaupt nicht mehr im Freien aufhalten kann. Der eisige Wind geht einem durch und durch. (Holt eine Zeitung aus der Mappe) Schauen sie her, Gerlinde. da haben sie es schwarz auf weiß. (Klopft auf die Zeitung) Der kälteste Mai seit hundert Jahren, seit über einhundert Jahren! (steckt die Zeitung wieder wieder ein, aber so, daß sie noch sichtbar ist) Ich kann mich kaum noch daran erinnern, wie die Sonne aussieht.
Gerlinde:Gehen'S zu, Herr Wichtig, die Kälte kann ihnen doch egal sein. Sie sind doch eh kaum draußen. Mit dem Auto fahren sie von ihrer Garage in die Tiefgarage. Wissen's was, ich mach' ihnen einen heißen Tee. Das heizt ein.
Wichtig:(stolz) Da täuschen sie sich, Gerlinde, da täuschen sie sich ganz gewaltig. Ich und kaum draußen. Das war einmal. Ich fröne einer neuen Leidenschaft. Ich habe mir ein Rennrad angeschafft, Aluminiumausführung, Shimano-Schaltung, 18 Gänge, Trommelbremsen, superleicht und superschnell, japanisches Spitzenmodell.
Gerlinde:Was, wirklich? Sie auf dem Rennradl? Das kann ich mir gar nicht vorstelln. Und da sind sie heut direkt in die Arbeit gefahrn damit? Das sieht man ihnen gar nicht an.
Wichtig:Nicht in die Arbeit, Gerlinde, nicht in die Arbeit. Ich trainiere am späten Nachmittag oder am Wochenende. In Rennkleidung kann man doch nicht zur Arbeit erscheinen, und die gehört unbedingt dazu.
Gerlinde:Aha. Soll ich ihnen jetzt einen Tee machen, einen Pfefferminztee vielleicht. Ich hätt auch ein paar Kekslen.
Wichtig:Haben sie eine Ahnung, Gerlinde, haben sie eine Ahnung! Ich leiste hartes Training, die Gesundheit geht vor, Fitness ist wichtig, die Nähe zur Natur, und das Bäuchlein muß weg, das Bäuchlein muß weg. Warten sie mit dem Tee. Wenn sie nach nebenan gehen, heißt es, die machen um 9 Uhr Brotzeit. Lästermäulern soll man nicht unbedingt Redestoff geben. Und nehmen sie ihre Kekse vom Schreibtisch. Das macht einen schlechten Eindruck. Hier muß Ordnung herrschen, peinliche Ordnung. (Breitet den Aktenstapel auf seinem Schreibtisch aus, unhöflich zu Gerlinde) Da, den Schnellhefter können sie in das Regal geben. Aber passen sie auf, daß sie ihn im richtigen Ordner ablegen. (Gerlinde folgt der Aufforderung, streckt aber Wichtig hinter dessen Rücken die Zunge heraus. Telefon!) Wer ist denn das in aller Herrgottsfrühe? (Wichtig nimmt den Hörer ab) Ja, Wichtig, Stadtbauamt, guten Tag. (Lauscht) Nein! (Lauscht) Nein! Auf gar keinen Fall! (Bestimmt, von oben herab, Gerlinde kann ihn dabei nachäffen) Das können sie sich gleich aus dem Kopf schlagen. Der Antrag auf ein Walmdach wird ihnen nie und nimmer genehmigt. Wir achten auf landschaftsgebundenes Bauen. (Lauscht) Sie verweisen auf Ausnahmen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wir richten uns streng nach Vorschriften, nicht nach persönlichem Geschmack. Auf Wiederhören! (Pause. Sichtlich ärgerlich) Staub auf dem Schreibtisch! (poliert die Platte mit dem Taschentuch) Alles muß man selber machen. Kein Verlass auf diese (verächtlich) Putzweiber! (Faltet das Taschentuch zusammen und steckt es ein) Ich möchte bloß wissen, wann unsere Wasserleitung repariert wird. Bis das soweit ist, bin ich schon längst in Pension, ha, ha, ha!
Gerlinde:(lacht höflicherweise mit) Geheißen hat's daß die heut' kommen. Wir können uns ja überraschen lassen. (räumt die Kekse weg)
Wichtig:(am Schreibtisch beim Sichten seines Aktenstapels) Autogaragen. Lauter Autogaragen. Und Güllegruben. Lauter Anträge für Autogaragen und Güllegruben. Kein Einfamilienhaus, kein Supermarkt, lauter Kleinkram. Nichtsdestotrotz. Ordnung ist das g a n z e Leben. (Es klopft; unfreundlich) Jaa, herein, (blickt auf) Ja, was wollt denn ihr da? Hier seid ihr an der falschen Adresse. Kinder haben hier nichts verloren, absolut nichts. Wir sind schließlich kein Kindergarten, ha, ha, ha!
Markus:Man hat uns eigens zu ihnen hergeschickt.
Martina:Bei diesen ehrwürdigen Mauern handelt es sich doch um das Stadtbauamt.
Wichtig:Was, wer, wieso? (Blickt die drei genauer an) Übrigens seid ihr zu dritt, und hier haben nur maximal zwei Personen Zutritt, das ist Vorschrift, das hättet ihr draußen an der Tür lesen können, schwarz auf weiß, wenn ihr aufgepasst hättet. Also, entweder geht einer von euch, oder besser ihr geht alle drei.
Miriam:Wir gehören doch zusammen. Wir haben genug Platz da und stören sie nicht.
Wichtig:Ihr stört mich nicht? Was bist denn du für eine vorlaute Person? Das ist doch allerhand. Kein Respekt vorhanden. Du bist garantiert eine Ausländerin oder sogar eine Zigeunerin. Das kennt man schon. Die haben den Mund besonders weit offen.
Martina:Danke für die höfliche Nachfrage. Miriam ist Deutsche wie wir, auch wenn sie nicht blond und blauäugig ist. Demnächst verlangen sie vielleicht einen Arierausweis!
Wichtig:Jetzt habe ich aber genug. Solche Rotzlöffel. Haut ab, ihr drei, aber dalli. So eine Frechheit!
Markus:(seelenruhig) Zuerst hätten wir gern die Auskunft gehabt. Auf dem verwilderten Grundstück an der Lessingstraße, wo wir unser Lager haben, steht jetzt ein Bagger und eine Planierraupe.
Wichtig:Ihr werdet es nicht glauben, aber das interessiert mich nicht im geringsten. Ich kenne kein verwildertes Grundstück. Macht, daß ihr weiterkommt. Glaubt ihr, ich habe meine Zeit gestohlen?
Martina:Aber sie können uns doch sagen, ob und wann das Grundstück bebaut werden soll. Das ist alles, was wir wissen wollen. Ist das so kompliziert?
Markus:Wir haben extra einen Stadtplan dabei. (Breitet ihn einfach auf Wichtigs Schreibtisch aus) Da ist die Lessingstraße, und da das Gelände...
Gerlinde:Passen's auf, die Akten! Jetzt ist es schon gschehn. (Stapel fällt auf den Boden)
Wichtig:Nimm sofort den Plan da weg. Um Gottes Willen, die Akten! (Wichtigtuerisch) Das sind Dokumente, Dokumente sind das, versteht ihr, ihr seid auf einer Behörde ... (lautes Klopfen, Tür wird geöffnet, ärgerlich) Das geht ja zu wie in einem Taubenschlag, Warten sie gefälligst draußen. Keine Disziplin. Sie sehen doch ...
Installateur:Warten soll ich? Bin ich vielleicht euer Hanswurscht. Ich bin doch net beim Doktor. Ich kann auch wieder gehn! Zuerst habt ihr es so notwendig und nachher darf man net mal herein da. Eine saubere Wirtschaft, da herin, sag ich. Aber die Zeit zahlt ihr. Komm Leopold, gemma!
Gerlinde:Um Himmels Willen, Herr Wichtig, das war doch der Installateur!
Wichtig:(Fassungslos) Was? Wer? Der Installateur war das? Das war der Installateur. Kommen sie, Gerlinde, laufen sie und holen sie ihn zurück. Sonst bekomme ich noch Ärger. (Gerlinde ab)
Miriam:Könnten sie jetzt bitte so gut sein und uns sagen, wie das mit dem Grundstück ist?
Wichtig:Diesbezügliche Auskünfte werden nicht an Außenstehende erteilt. Da könnte ja ein jeder kommen. Ich habe die strengsten Vorschriften. Schon wegen des Datenschutzes ist das auf keinen Fall möglich. (Gerlinde erscheint wieder, Handwerker an der Tür)
Gerlinde:Wartet mal. In der Lessingstraße, habt ihr gesagt. Da kann ich euch vielleicht auch helfen. Ihr meint bestimmt das Grundstück, wo ...
Wichtig:Sie halten sich da heraus, haben sie verstanden! Machen sie sich endlich an ihre Arbeit!
Installateur:Dürfen wir jetzt da herein? Also, wo fehlt's denn, die Herr- und Damenschaften?
Wichtig:(blickt Gerlinde herausfordernd an) Na los! Diese Auskunft dürfen sie gerne erteilen.
Gerlinde:Die Wasserleitung geht nicht gescheit. Das Warmwasser tröpfelt bloß noch, auch wenn man ganz aufdreht.
Installateur:Jetzt komm schon herein, Leopold, da herin beißt dich keiner, und bring's Werkzeug mit. Wo hamman denn nachher unseren Patienten?
Gerlinde:Bittschön, wenn'S da hinter kommen täten.
Wichtig:Wenn sie sich nach hinten bequemen würden.
Lehrling:Bin so frei! (stößt mit dem Werkzeugkasten an den Schreibtisch von Wichtig) Hoppala!
Wichtig:Pass gefälligst besser auf! Du bist hier in einer Behörde und nicht auf dem Bauplatz.
Installateur:Aha, da hammas ja. Naa, da kommt wirklich beinah fast gar nix mehr. Des tröpfelt bloß noch. Apropos Bauplatz, Leopold, jetzt ist es gleich neune, geh, lauf hinüber zum Metzger und hol 200g Aufschnitt und drei Semmeln und zwei halbe Bier. Da hast einen Zehner
Lehrling:(ab)
Wichtig:Ja, sind sie jetzt zum Arbeiten gekommen oder zum Brotzeit machen? Wir haben hier Parteienverkehr und kein Brotzeitstüberl.
Markus:(leicht nachäffend) Und der Parteienverkehr benötigt dringend eine Auskunft bezüglich eines unbebauten Grundstücks in der Lessingstraße. Die Sekretärin vom Bürgermeister hat uns extra zu ihnen geschickt. Das müssen sie uns doch sagen können. Trotz ihres Datenschutzes.
Miriam:Was bei ihnen fehlt, ist bloß der gute Wille
Wichtig:Akteneinsicht erhalten nur befugte Personen. Bei euch handelt es sich bloß um Kinder. Jetzt nehmt euren Plan und verschwindet.
Installateur:(plagt sich mit einer Rohrzange ab. Sehr laut) Ja, Herrschaftszeiten! Geh leck me doch! Des Drecksglump, des elendige! Des is doch alles verkalkt und verrost, da herin. Wanns net willst, nachher laßt es bleiben!
Wichtig:Wie bitte? Wer ist verkalkt? Meinen sie mich? Diesen Ton verbitte ich mir auf das Entschiedenste ... (die drei Jugendlichen lachen laut)
Installateur:Was hast gsagt? Redst du mit mir?
Wichtig:(Überhört das Klopfen an der Tür) Selbstverständlich! Sie sollen endlich ihre Arbeit erledigen und nicht ... (Richtung Tür) Ja, was wollen sie noch hier? Sie sehen doch, dass hier kein Platz ist. Warten sie gefälligst! (Zu den Jugendlichen) Und ihr haut ab, sonst mache ich euch Beine! (Auf das Gehämmer des Installateurs) Ruhe, da hinten!!
Gerlinde:(Hustet vergebens) Herr Wichtig, das ist doch der Herr ...
Wichtig:Das ist mir vollkommen egal, wer das ist, vollkommen egal ist mir das! Das geht hier zu wie in einem Affenhaus! Das kann ich nicht dulden. Hier im Amt herrschen Vorschriften! Da könnte doch ein jeder kommen und sich vordrängen. Ordnung muß sein!
Bankdirektor:Ich muß doch sehr bitten! Welcher Ton herrscht denn hier in dieser Behörde! (Die drei Jugendlichen lachen wieder laut)
Wichtig:Herr Direktor, ich bitte vielmals um Entschuldigung, Herr Direktor, ich hatte ja keine Ahnung, ein kleines Versehen, Herr Direktor, die Umstände, das Durcheinander ... womit kann ich ihnen dienen, Herr Direktor?
Bankdirektor:Nun, ich will mich nicht unbedingt vordrängen. Sie pochten doch eben selbst so energisch auf die Ordnung. Alle schön der Reihe nach.
Wichtig:Stehe ganz zu ihrer Verfügung, Herr Direktor. (Versucht, die Jugendlichen hinauszudrängen) Ihr seid hier überflüssig, macht, dass ihr weiterkommt!
Bankdirektor:Ja, das ist ja die Miriam. so ein Zufall! Was treibt euch denn da herein (freundliches Händeschütteln)
Miriam:Grüß dich, Onkel. Wir wollten uns hier erkundigen wegen dem Gelände, wo wir unsere Hütte haben, aber ...
Wichtig:Verzeihung, Herr Direktor, die Angelegenheit läßt sich hier beim besten Willen nicht klären, und überhaupt ...
Markus:Gehen wir, der hat auf stur geschaltet.
Wichtig:(Auf das plötzliche Gehämmer von hinten) Was soll denn dieser Krach? Wenn sie nicht ruhig arbeiten können, dann ...
Installateur:Was hast gsagt? Meine Arbeit passt dir net? Von mir aus! Aber die Stund kriegt's berechnet, mir allem drum und dran! Das wär ja noch schöner! (Die drei Jugendlichen lachen lauthals an der Tür)
Wichtig:Um Himmels Willen! So war das doch nicht gemeint. Sie sollten doch nur rasch ihre Arbeit beenden und möglichst wenig stören.
Installateur:Ich lass mir doch net von einem wie ihnen vorschreiben, wie ich meine Arbeit mach, von so einem wie ihnen net. (Leiser, mehr zu sich) Zuerst manndelt es sich auf, das Manndel und nachher ...
Wichtig:Das ist ein Missverständnis. Ich will ihnen ja gar keine Vorschriften machen.
Installateur:(zum zurückkommenden Lehrbuben) Aha, da bist ja, geh her, dann machma zerst amal Brotzeit. (Die beiden hocken sich auf den Boden, benutzen die Werkzeugkiste als Tisch, schneiden ihre Semmeln auf und belegen sie, öffnen ihr Bier, der Installateur stößt mit dem Lehrbuben demonstrativ an) Prost! (in die schweigende Runde) Prost beinand!
Wichtig:Verzeihung, Herr Direktor, sie kommen bestimmt wegen des Projekts in der Lessingstraße, Herr Direktor, der Bauplan wurde selbstverständlich positiv beschieden, wie sie wissen, keinerlei Auflagen, Sichtbeton und Flachdach unterstreichen den urbanen Charakter, es sind nur noch ein paar Formalitäten sozusagen zu erledigen, Herr Direktor, wir werden uns selbstverständlich bemühen, Herr Direktor, ihnen umgehend Bescheid ..., ich suche gleich mal die Unterlagen raus. (Was er während des folgenden Gesprächs auch unentwegt tut) (Der Installateur hat die Gesten Wichtigs hinter dessen Rücken übertrieben nachgeahmt. Jetzt langt er ans Hirn.)
Miriam:Sag mal, Onkel, baut deine Bank da auf dem verwilderten Grundstück an der Lessingstraße?
Bankdirektor:Meine Bank ist das zwar gerade nicht, aber in der Lessingstraße soll eine neue Zweigstelle errichtet werden. Warum?
Wichtig:Das sind doch völlig belanglose Lappalien, Herr Direktor, völlig belanglose ...
Markus:(platzt heraus) Weil wir da unsere Gelände haben und unsere Hütte, wo wir fast jeden Tag beieinander sind, und jetzt steht ein Bagger da und eine Planierraupe, deshalb sind wir ja da, aber der wollte uns ja nix sagen ...
Installateur:(schreit dazwischen) Wo kemman eistecka? Wo wir einstecken können? Einen Strom brauchen wir. Geh Leopold, such dir selber eine Steckdosen!
Wichtig:Verzeihung, Herr Direktor, aber die Vorschriften, die Vorschriften, Herr Direktor
Markus:Der ist wie ein Frosch. Der bringt auch immer nur das gleiche heraus
Bankdirektor:Ja, ja nun ... da wird sich doch ein Ausweg finden lassen. Wir wollen euch auch nicht das Dach über dem Kopf abreißen. Und auf den Kinderspielplatz könnt ihr ja schließlich nicht mehr.
Lehrling:(hat sich auf die Suche nach einer Steckdose gemacht. Dabei zieht er das Kabel aus der Kabeltrommel hinter sich her, legt es über den Schreibtisch von Herrn Wichtig und über dessen Stuhl. Wichtig kämpft mit dem Kabel, fesselt sich aber selber damit, Leopold will ihm helfen, schnürt ihn aber nur stärker ein) Hoppala! So da la! (Er steckt das Kabel einfach in die Schreibmaschinensteckdose ein)
Martina:(inzwischen) Nirgends können wir hin. Überall kriegen wir bloß Scherereien, überall werden wir angemotzt, ganz egal, ob wir auf dem Kinderspielplatz, auf dem Stadtplatz, im Cafe oder sonstwo sind.
Markus:Einen blöd anreden, das können sie. Wenn's nach den Erwachsenen ginge, dann müßten wir den ganzen Tag vor der Glotze hocken, da stören wir keinen.
Miriam:Den Durchblick kriegen die ersten dann, wenn sie selber im Altersheim hocken und abgemeldet sind
Martina:Jugendzentrum gibts keins. Nur auf dem Gelände hatten wir unsere Ruhe, und jetzt ist alles Essig.
Markus:Lappalien sind das für den, lauter Lappalien, der hat die ganze Zeit genau Bescheid gewußt, aber es ist wahrscheinlich unter seiner Würde, uns eine Auskunft zu geben.
Bankdirektor:Alles mit der Ruhe, mein Lieben, nur nicht vorschnell die Flinte ins Korn werfen.
Martina:Sie haben leicht reden. Sie können auch nicht zaubern.
Bankdirektor:Das nicht. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ich habe da schon einen Einfall. Auf dem stillgelegten Geleise beim alten Ziegeleigebäude. Und ein ausrangierter Eisenbahnwaggon müsste auch noch aufzutreiben sein ... Wißt ihr was, ihr kommt am besten heute Abend zu mir, da können wir alles in Ruhe besprechen. Auf wiedersehen. (Ab)
Markus:Mir bleibt die Spucke weg.
Wichtig:(erschöpft, bisher hat er nichts gefunden) Wir werde uns selbstverständlich bemühen, Herr Direktor, ihnen umgehend Bescheid ...
Miriam:(dem Direktor mit den beiden anderen nach) Du bist ganz große Klasse, Onkel.
Installateur:(hat die Zeitung in Wichtigs Mappe bemerkt) Ich darf doch da einmal eineschaun. Sie ham doch bestimmt nix dagegen! (Zieht einfach die Zeitung heraus)
Wichtig:(protestiert, eher weinerlich) das geht doch nicht. Das ist doch meine Zeitung. Die brauche ich selber.
Installateur:Das kann schon sein. Aber jetzt net. Sie müssen doch bestimmt arbeiten. Ich les ihnen schon nix außa. (Wichtig will sich vom Kabel befreien, er dreht sich um und wickelt verzweifelt. Dabei fällt er über seinen eigenen Stuhl oder seine Füße. Der Installateur und sein Lehrbub lachen lauthals über den am Boden Liegenden. Wichtig rappelt sich hoch und läßt sich anschließend völlig entnervt in seinen Stuhl fallen. Gerlinde will zu tippen beginnen, was aber wegen des fehlenden Stroms nicht geht. Der Installateur und sein Lehrbub lassen sich in ihrer Brotzeit und Lektüre nicht stören.)
Wichtig:(Zu Gerlinde) Wenn sie jetzt doch vielleicht einen heißen K a m i l l e n tee ... (Da Gerlinde deutlich darauf wartet) bitte!
 Rascher Vorhang, Licht aus
Du bist hier: Spiele > Sketche > Allgemeine Themen > Besiegte Bürokratie
Zuletzt geändert: 29.09.2007
Besucher online: 10
Durchsuche unsere Seiten:
Aussehen ändern:

Linktausch:

christlist

Backlinks for Free - Webkatalog mit Screenshot und Pagerank Anzeige!

Katholische Jungschar Südtirol - Ortsgruppe Meran/Untermais